Berlin/Kabul – Bei einem Bombenanschlag in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Mittwoch drei Deutsche ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich entgegen zunächst anders lautender Meldungen aber nicht um Bundeswehrsoldaten, wie das Verteidigungsministerium in Berlin am Morgen mitteilte. Für weitere Informationen wurde auf das Auswärtige Amt verwiesen. Dort waren zunächst keine Auskünfte zu erhalten.
Zuvor hatte der stellvertretende Polizeichef von Kabul, Salmay Chan, mitgeteilt, bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi am Rand Kabuls seien drei deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Ein Sprecher der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) sagte, es gebe Informationen zu einem Anschlag in der Nähe einer Kaserne. Informationen über die Zahl der Opfer lägen jedoch noch nicht vor.
Augenzeugen vor Ort berichteten, der Konvoi aus zwei deutschen Geländewagen sei auf einer Schotterstraße unterwegs gewesen, als die Bombe explodiert sei. Drei Leichen seien mit Hubschraubern abtransportiert worden. Später seien französische Soldaten mit Antiminengerät und US-Soldaten am Explosionsort eingetroffen. Die afghanische Polizei hielt Journalisten fern.
Erst vor drei Monaten waren in Afghanistan drei deutsche Soldaten getötet worden. Sie starben am 19. Mai bei einem Selbstmordattentat auf einem belebten Markt in Kundus. Insgesamt kamen damals elf Menschen ums Leben. Fünf Bundeswehrangehörige und 16 Afghanen wurden verletzt.
Als Geisel gefangen gehalten wird in Afghanistan seit knapp vier Wochen der deutsche Bauingenieur Rudolf Blechschmidt. Am Montag gab es per Telefon ein Lebenszeichen des Entführten. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte