Aktuelle Nachrichten – Städtereisen & Kulturreisen
28.04.2012
Foto: Estel/Klut, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister
Wer kennt sie nicht, die zwei Engelchen, die sich so zauberhaft, ja beinahe frech am unteren Bildrand der „Sixtinischen Madonna" des großen Renaissance-Malerfürsten Raffael lümmeln. Erstmals um 1800 benutzt, haben sie als eigenständiges Bildmotiv eine internationale „Karriere" in Kitsch, Kunst und Karikatur hinter sich.
Dass sie die Eintrittskarten zur Ausstellung in die Gemäldegalerie Alte Meister beleben, versteht sich fast von selbst. Aber die „Dresdner Engel" zieren sogar Kartons und Flaschen des „Jubiläumsedition-Sekts Graf von Wackersbarth" als „eine Hommage an die jahrhundertelange Verbindung von Kunst und Genuss in Dresden".
1512 erhielt Raffael in Rom den Auftrag zum Werk „Sixtinische Madonna" (um 1512/13). Dieses Gemälde gehört heute zu den berühmtesten Kunstwerken der Welt.
Die große Jubiläumsausstellung in der Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger (www.skd.museum) feiert die Entstehung dieses Meisterwerks und verfolgt seine Geschichte bis in die Gegenwart. Bedeutende Werke Raffaels werden als Leihgaben aus internationalen Museen zu sehen sein, so etwa die „Garvagh Madonna" (um 1509/10) aus der Londoner National Gallery oder ein Fragment eines Engels (um 1512) aus der Pinacoteca Vaticana.
Weitere Meisterwerke der italienischen Renaissance sind u. a. die Zeichnung „Maria in der Mandorla mit Aposteln und dem knienden Papst Sixtus IV." aus der Albertina in Wien sowie eine Madonna von Filippino Lippi (um 1475) aus dem Szépmüvészeti-Museum in Budapest. Zudem wird auch der Auftraggeber Papst Julius II. vorgestellt, der die Dresdener Altartafel für das Kloster San Sisto in Piacenza malen ließ.
Fast 250 Jahre blieb die „Sixtinische Madonna" an ihrem ursprünglichen Ort in Piacenza so gut wie unbekannt. Erst durch ihren spektakulären Ankauf durch August III. 1752/54 für die Gemäldegalerie in Dresden trat sie in die Öffentlichkeit. Adolph Menzel hielt mit seinem Pastell „Platz für den großen Raffael!" (1855/59) den legendären Ausspruch Augusts III. bei der Ankunft des Gemäldes fest.
Gern wurde die Sixtina in Malerei und Grafik kopiert und reproduziert, wie Friedrich Burys Gemälde „Kurprinzessin Auguste die Sixtinische Madonna kopierend" (um 1808/09) aus dem Museum Schloss Wilhelmshöhe in Kassel illustriert.
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