Aktuelle Nachrichten Europa – Dresdner Frauenkirche mit Festgottesdienst geweiht – Epoch Times Deutschland
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Europa

Dresdner Frauenkirche mit Festgottesdienst geweiht

Epoch Times Deutschland

30.10.2005

Die Luftaufnahme zeigt die wiederaufgebaute Frauenkirche in Dresden, Mitte, am Samstag, 29. Okt. 2005. Am Sonntag, 30. Okt. 2005, wird das im 2. Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstörte Gotteshaus nach seinem Wiederaufbau geweiht. (AP Photo/Euroluftbild.de)
Die Luftaufnahme zeigt die wiederaufgebaute Frauenkirche in Dresden, Mitte, am Samstag, 29. Okt. 2005. Am Sonntag, 30. Okt. 2005, wird das im 2. Weltkrieg bei Bombenangriffen zerstörte Gotteshaus nach seinem Wiederaufbau geweiht. (AP Photo/Euroluftbild.de)
Im Inneren der Frauenkirche die wartenden Besucher vor dem Beginn der Kirchweihe am Sonntag, 30. Oktober.  (AP Photo/Euroluftbild.de)
Im Inneren der Frauenkirche die wartenden Besucher vor dem Beginn der Kirchweihe am Sonntag, 30. Oktober. (AP Photo/Euroluftbild.de)

Dresden - Die wieder aufgebaute Dresdner Frauenkirche ist am Sonntag in Anwesenheit der höchsten Repräsentanten der Kirchen und des Staates feierlich geweiht worden. Im Festgottesdienst mit 1.800 Gästen, darunter Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel, würdigte Bischof Jochen Bohl den Wiederaufbau des 1945 von englischen Bombern zerstörten evangelischen Gotteshauses als ein «großes Werk im Geist der Versöhnung».Kurz vor Beginn des Gottesdienstes kam es zu einem Stromausfall. Trotzdem konnte die Feier pünktlich beginnen. Unter den Ehrengästen waren auch die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Johannes Rau und Richard von Weizsäcker, der Herzog von Kent als Vertreter des englischen Königshauses sowie die Botschafter der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs.

Der Festgottesdienst begann mit einer feierlichen Prozession. Den Gottesdienst mit der Losung «Friede sei mit Euch» leitete der Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche, Jochen Bohl. In seiner Predigt sprach er von einem großem Tag, «den wir miteinander erleben dürfen». Es sei ein Fest, wie es nur wenige gebe. «Unsere Herzen und Sinne sind bewegt von Dankbarkeit und großer Freude.» Der Wiederaufbau der Frauenkirche habe winzig klein begonnen, aber es sei ein großes Werk im Geist der Versöhnung geworden.

Der Geistliche erinnerte an die Jugendlichen, die erstmals am 13. Februar 1982, dem Jahrestag der Zerstörung Dresdens, in der damaligen DDR Kerzen an der Ruine der Kirche entzündeten. Die Ruine sei zur Botschaft geworden. Die Bilder der brennenden Kerzen, die zum Frieden gemahnt hätten, seien um die Welt gegangen, sagte Bohl.

Tausende stifteten für den Wiederaufbau

Anfang der 90er Jahre sei der «Ruf aus Dresden» gekommen und damit der Impuls zum Wiederaufbau. Im Blick auf das Kuppelkreuz, einem Geschenk aus England, könne jeder ein großes, anrührendes Werk der Versöhnung sehen, betonte Bohl. «Es begann im Kleinen, und darum wird der Wiederaufbau uns zu einem Gleichnis.» Aus einem unscheinbarem Anfang könne etwas zu kraftvoller Größe heranwachsen.

Nach Ansicht des Bischofs macht die Geschichte des Wiederaufbaus die Sicht frei auf die geistliche Dimension des Lebens. «Wo wir das Gute tun und unseren Mitmenschen liebevoll begegnen und wo wir bereit sind zu vergeben und uns zu versöhnen, da wächst das Gottesreich.» Wer sich dagegen blindlings in der Realität der Welt einrichte, werde das Leben verfehlen. «Wir brauchen eine Kraft, die das Dunkel der Welt und das Leiden der Menschen in ihr überwindet, damit es gut wird mit uns», sagte Bohl.

Die Initiative zum Wiederaufbau ergriffen Dresdner Bürger am 12. Februar 1990 mit einem Aufruf zur Gründung einer internationalen Stiftung. Mit dem Engagement Tausender Förderer wurde Geld für das Vorhaben gesammelt. Im Januar 1992 begannen Bauarbeiter den 13 Meter hohen Trümmerberg wegzuräumen. Am 27. Mai 1994 begann offiziell der Wiederaufbau.

Die Frauenkirche ein Jahr früher als geplant fertig gestellt. Die Gesamtkosten des zu zwei Dritteln aus privaten Spenden finanzierten Wiederaufbaus beliefen sich auf rund 180 Millionen Euro. Die reinen Baukosten lagen bei 131 Millionen Euro.

Am 15. Februar 1945, zwei Tage nach den Bombenangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945, war die Frauenkirche brennend in sich zusammengebrochen. 60 Jahre später erstrahlt sie jetzt in neuem Glanz. (AP)

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige