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Dresdner Frauenkirche mit Festgottesdienst geweiht

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30.10.2005

Dresdener versammeln sich am Sonntag 30. Oktober 2005, vor der Frauenkirche in Dresden, um an der Weihe der wieder aufgebauten Kirche teilzunehmen. (AP Photo)
Dresdener versammeln sich am Sonntag 30. Oktober 2005, vor der Frauenkirche in Dresden, um an der Weihe der wieder aufgebauten Kirche teilzunehmen. (AP Photo)

Dresden - Die weltberühmte Dresdner Frauenkirche ist als Symbol für Frieden und Verständigung geweiht worden. Mehr als 60.000 Menschen verfolgten am Sonntag in Dresden den Weihegottesdienst, an dem die höchsten Repräsentanten von Staat und Kirche teilnahmen. Bundespräsident Horst Köhler sagte, dass die 60 Jahre nach der Bombardierung Dresdens wieder aufgebaute Kirche für das Gute stehe und «uns eint.»

Die Frauenkirche könne Kraft geben, sich gemeinsam und grenzenlos noch stärker für den Frieden einzusetzen. Frieden sei ein Geschenk, für das man immer wieder arbeiten müsse, betonte das Staatsoberhaupt. Der Herzog von Kent als Vertreter des englischen Königshauses sagte, dass es für das britische Volk eine Herzensangelegenheit gewesen sei, all die Jahre an dem Wiederaufbau der Frauenkirche mitzuwirken. Der Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, sprach von einem großen Tag.

Neben dem Bundespräsidenten waren Bundeskanzler Gerhard Schröder, die designierte Kanzlerin Angela Merkel sowie der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, zu dem Weihegottesdient in das wieder aufgebaute Gotteshaus gekommen. In der Zeremonie des zweistündigen Gottesdienstes wurden die Kanzel, der Taufstein, der Altar, die Orgel und schließlich die ganze Kirche geweiht.

Köhler sagte, dass die Wiedererrichtung der Frauenkirche zu dem Besten zähle, was freie Bürger leisten könnten. Zugleich erinnerte das Staatsoberhaupt daran, dass bereits am 13. Februar 1982, dem Jahrestag der Zerstörung, Dresdner an der Ruine der Frauenkirche zusammengekommen seien, um gegen Krieg und für den Frieden zu demonstrieren. Mit ihren Kerzen und ihrer Versammlung hätten sie der Friedensbewegung mutig ein Gesicht gegeben.

Bohl würdigte den Wiederaufbau als ein «großes Werk im Geist der Versöhnung». Er mache die Sicht frei auf die geistliche Dimension des Lebens. «Wo wir das Gute tun und unseren Mitmenschen liebevoll begegnen und wo wir bereit sind zu vergeben und uns zu versöhnen, da wächst das Gottesreich.»

Unter den Gästen des Festgottesdienstes, der mit einer feierlichen Prozession begann, waren auch die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau. Als Vertreter des englischen Königshauses war der Herzog von Kent gekommen.

Tausende stifteten für den Wiederaufbau

Bohl erinnerte daran, dass Anfang der 90er Jahre der «Ruf aus Dresden» erschallte und damit der Impuls zum Wiederaufbau erfolgte. Im Blick auf das Kuppelkreuz, einem Geschenk aus England, könne jeder ein großes, anrührendes Werk der Versöhnung sehen: «Es begann im Kleinen, und darum wird der Wiederaufbau uns zu einem Gleichnis.»

Dresdner Bürger ergriffen am 13. Februar 1990 anlässlich des 45. Jahrestages der Zerstörung der Frauenkirche die Initiative und forderten ihren Wiederaufbau. Mit dem Engagement Tausender Förderer wurde Geld für das Vorhaben gesammelt. Am 27. Mai 1994 begann offiziell der Wiederaufbau. Die Gesamtkosten des zu zwei Dritteln aus privaten Spenden finanzierten Wiederaufbaus beliefen sich auf rund 180 Millionen Euro. Die reinen Baukosten lagen bei 131 Millionen Euro. Die Frauenkirche wurde ein Jahr früher als geplant fertig.

Am 15. Februar 1945, kurz nach den englischen Bombenangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945, war die Frauenkirche brennend in sich zusammengestürzt. (AP)

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