Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
15.02.2009
Frankfurt/Main – Zwischen häufiger Sexualität und Prostatakrebs besteht ein Zusammenhang. Das ergab eine britische Studie, wie der Berufsverband Deutscher Internisten berichtet. Zugleich warnt der Münchner Androloge Michael Köhn aber vor einer „ungerechtfertigten Verteufelung von Sexualität“: „Die Studie hat lediglich eine Assoziation zwischen häufiger Sexualität und Prostatakrebs aufgedeckt, nicht jedoch eine ursächliche Beziehung.“ Die Schlussfolgerung, häufige Sexualität könne Krebs auslösen, sei sicherlich nicht richtig.
Die Wissenschaftler hatten festgestellt, dass Männer, die im Alter zwischen 20 und 50 Jahren sexuell sehr aktiv waren, vor ihrem 60. Geburtstag auch öfter Tumore in der Prostata entwickelten: 40 Prozent der untersuchten Krebspatienten hatten mehr als 20 Mal pro Monat Sex, in einer Kontrollgruppe aus Nicht-Krebspatienten waren lediglich 32 Prozent derart aktiv. Jenseits der 50 scheint Sexualität dann sogar die Krebshäufigkeit zu verringern: 39 Prozent der Tumorpatienten hatten bis zum Ausbruch ihrer Erkrankung sechs oder mehr Geschlechtspartner, im Vergleich zu 31 Prozent in der Kontrollgruppe.
Bislang gibt es laut Köhn nur Vermutungen, worauf diese Verbindung zwischen der Sexualität und Krebs der Prostata beruht. Möglicherweise seien Sexualhormone wie das Testosteron sowohl für die sexuelle Aktivität als auch für das erhöhte Tumorrisiko verantwortlich. Allerdings sei damit nur schwer erklärbar, warum eine größere sexuelle Aktivität bei älteren Männern mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden sei, betont der Professor. Eine weitere mögliche Erklärung seien sexuell übertragbare Erkrankungen, an denen in der Studie die Prostatakrebs-Patienten häufiger als gesunde Männer litten. Solche Erkrankungen und damit einhergehende Entzündungen wirkten sich möglicherweise ebenfalls auf das Krebsrisiko aus. (AP) www.internisten-im-netz.de
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