Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
02.04.2009
Kassel – Mitten in der Wirtschaftskrise geht der Düngemittel- und Salzhersteller K+S auf Einkaufstour in den USA. Das DAX-Unternehmen kauft für rund 1,7 Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden Euro, den Salzhersteller Morton Salt vom Chemiekonzern Dow Chemical. „Morton Salt ist eine hervorragende Wachstumschance für unser globales Salzgeschäft“, erklärte K+S-Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag. Durch den Zukauf werde K+S zum führenden Salzproduzenten weltweit. Den Kaufpreis will das Kasseler Unternehmen in bar bezahlen.
Dow Chemical hatte kürzlich die 16 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Chemieunternehmens Rohm & Haas abgeschlossen, zu dem Morton Salt gehörte. Um die Verschuldung zu reduzieren, stand Morton Salt zum Verkauf, da es für Dow nicht zum Kerngeschäft zählt. „Wir freuen uns, dass wir mit K+S in so kurzer Zeit eine Einigung zu einem attraktiven Preis erzielt haben“, erklärte Dow-Chef Andrew Liveris.
K+S-Vorstandschef Norbert Steiner sagte, der Zukauf werde sich ab 2010 deutlich positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken. „Unser operatives Geschäft ergänzt sich ideal und wir haben das gleiche Verständnis vom Salzgeschäft. Dies wird uns eine reibungslose Integration erleichtern und Mitarbeitern, Kunden und Aktionären unmittelbar nutzen“.
Morton Salt erzielte 2008 einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 270 Millionen Dollar. Das 1848 gegründete Unternehmen produziert jährlich 13,1 Millionen Tonnen Consumer-, Gewerbe- und Auftausalze und beschäftigt 2.900 Mitarbeiter.
Steiner hatte Mitte März bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2008 auf die Frage nach bevorstehenden Übernahmen gesagt, das DAX-Unternehmen prüfe immer wieder alle Wachstumsmöglichkeiten. „Das wird auch in Zukunft so sein.“ Der Konzern, der im vergangenen September in den DAX aufgestiegen war, hatte 2008 ein Rekordjahr verzeichnet. Der Umsatz stieg um 43,4 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn nach Steuern schnellte – vor allem dank nachfragebedingt deutlich gestiegener Preise für Kalidünger – um 458,6 Prozent auf 979,3 Millionen Euro nach oben. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 2,8 Prozent auf rund 12.400 Beschäftigte. (AP)
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