Aktuelle Nachrichten – Europa
30.05.2011
Foto: Günter Havlena/Pixelio
Wien/Brüssel – Lebensmittelkontrolleure in Österreich haben bei der Überprüfung von 33 Biomärkten auf möglicherweise mit EHEC kontaminiertes Gemüse am Montag vorerst keine Hinweise auf den gefährlichen Durchfallerreger gefunden. In Wien gebe es keine spanischen Gurken mehr, sagte der Sprecher des Wiener Marktamtes, Alexander Hengl, österreichischen Medien. Viele der Händler hatten das Gemüse der betroffenen Produzenten bereits Ende vergangener Woche entsorgt, hieß es. Am Sonntag war der Verkauf von spanischen Gurken, Tomaten und Auberginen verboten worden, die von zwei deutschen Großhändlern nach Österreich geliefert worden waren.
Spanien wies indes neuerlich alle Anschuldigungen gegen seine Gemüseproduzenten zurück. Gesundheitsministerin Leire Pajin warf speziell Deutschland vor, ohne Beweise Panik zu verbreiten und die Produzenten des Landes zu schädigen. Der Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Diego Lopez Garrido sagte, Spanien verlange Rechenschaft von jenen, die das Land in diesem Fall beschuldigt haben.
In Polen wurde am Montag eine Frau in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatte zuvor Hamburg besucht, wo hunderte Infektionen registriert wurden. In Deutschland starben mindestens zehn Menschen an dem Erreger. In Tschechien sollen die Testergebnisse von 180 am Sonntag aus den Regalen genommenen Gurken in zwei Tagen feststehen.
Nach Angaben der EU-Kommission sind inzwischen in fünf Ländern außerhalb Deutschlands EHEC-Fälle aufgetreten. Die meisten Erkrankungen lägen in Schweden vor, sagte Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde-Hansen am Montag. Dort hätten sich 30 Personen infiziert, 13 von ihnen hätten das Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) entwickelt.
Aus Dänemark hätten die Behörden elf EHEC-Ansteckungen gemeldet, von denen fünf einen schweren Verlauf nähmen. In Großbritannien sei dies bei zweien von drei Erkrankten der Fall, in Österreich gebe es zwei HUS-Fälle, in den Niederlanden einen.
Bei allen Betroffenen handle es sich um Deutsche, die ausgereist seien, oder um Personen, die in Deutschland gewesen seien, sagte die Sprecherin. Verdächtige Lieferungen mit spanischen Gurken sind Ahrenkilde-Hansen zufolge nach Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Ungarn, Österreich und Tschechien gelangt.
Die EU-Kommission rechnet damit, dass die spanischen Behörden am Mittwoch erste Ergebnisse über die Herkunft des tödlichen Erregers liefern. In Almeria und Malaga, von wo die verdächtigen Gurken exportiert wurden, seien Boden-, Wasser und Produktproben entnommen worden und würden derzeit analysiert. Laut EU-Sprecher Frederic Vincent hatten die beiden betroffenen Firmen dort den Betrieb eingestellt.
(dapd)
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