Menschen & Meinungen – Ein Drittel der Schüler kann zu wenig Lesen und Rechnen – DAPD
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Ein Drittel der Schüler kann zu wenig Lesen und Rechnen

DAPD

21.08.2007

Düsseldorf – Ungefähr ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen kann so schlecht Lesen und Rechnen, dass bei ihnen Förderbedarf besteht. Das ist das Ergebnis der jüngsten Lernstandserhebung in den 8. Klassen, die das Schulministerium in Düsseldorf am Dienstag veröffentlicht hat.

Rund 190.000 Achtklässler waren im Mai in drei Bereichen getestet worden: Leseverstehen jeweils in Deutsch und in Englisch wurde geprüft sowie in Mathematik die Fähigkeiten zum Argumentieren und Kommunizieren. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) zeigte sich danach besorgt über den „noch zu hohen Anteil“ der Achtklässler, die die erwarteten Standards der Kernlehrpläne nicht erreichten. Diese Jugendlichen wolle die Landesregierung mit einem Bündel von gezielten Maßnahmen besonders in den Blick nehmen.

Der Untersuchung zufolge kamen insgesamt im Fach Deutsch etwa 27 Prozent der Schüler über ein einfaches Leseverstehen nicht hinaus; im Fach Englisch waren es 20 Prozent. Nicht zu differenziertem Leseverstehen reichten die Leistungen von 57 Prozent der getesteten Schüler in Deutsch und von 51 Prozent in Englisch. Nur 13 Prozent in Deutsch und 14 Prozent in Englisch erreichten das höchste Niveau komplexen Verstehens.

Nach Schulformen schnitten erwartungsgemäß Gymnasien am besten, Hauptschulen und Gesamtschul-Grundkurse trotz leichterer Testaufgaben am schlechtesten ab. So waren in Deutsch 32 Prozent der Gymnasiasten in der besten Kategorie angesiedelt, in Haupt- und Gesamtschulen nur ein Prozent. Weit über die Hälfte der Schüler in den Hauptschulen lieferten entweder keine auswertbaren Leseergebnisse (neun Prozent), zeigten Leseverstehen nur in Ansätzen (zehn Prozent) oder erreichten einfaches Leseverstehen (33 Prozent). Die Autoren der Studie merken allerdings an, dass auch in den Gesamtschul-Ergänzungskursen sowie in den Realschulen eine beträchtliche Anzahl eher schwacher Leserinnen und Leser anzutreffen sei.

In Mathematik ergibt sich ein ähnliches Bild: Insgesamt blieben 29 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen unter den Anforderungen der Kernlehrpläne. Dazu kommt in Mathematik allerdings mit nur sieben Prozent auch eine neu dünne Besetzung der Leistungsspitze; selbst in den Gymnasien kamen nur 17 Prozent der Getesteten in die höchste Kategorie. Die Auswerter zogen daraus den Schluss, dass die Entwicklung des mathematischen Argumentierens und Kommunizierens noch nicht den Stellenwert im Unterricht erreiche, der anderen, früher getesteten Kompetenzen eingeräumt werde.

http://www.learn-line.nrw.de/angebote/lernstand9/ (AP)

 

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