Kultur – Ein Fest mit Göttern und Helden – Nicholas Paphitis
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Identität und Stolz der Griechen Ein Fest mit Göttern und Helden

Nicholas Paphitis

21.06.2009

Die Eröffnung des neuen Akropolis-Museums war zu einem großen Teil ein rauschendes Fest mit Prominenz aus ganz Europa. (AP Photo/John Kolesidis/Pool)
Die Eröffnung des neuen Akropolis-Museums war zu einem großen Teil ein rauschendes Fest mit Prominenz aus ganz Europa. (AP Photo/John Kolesidis/Pool)

Athen – Götter und Helden stiegen am Samstag von ihren Sockeln und bewegten sich in digitaler Animation am Athener Nachthimmel – die Eröffnung des neuen Akropolis-Museums war zu einem großen Teil ein rauschendes Fest mit Prominenz aus ganz Europa. Die griechischen Gastgeber ließen aber auch nicht die Gelegenheit aus, vor der ganzen Welt von Großbritannien die Rückgabe der im Britischen Museum ausgestellten Parthenon-Figuren zu fordern.

Zur Einweihung des vom französisch-schweizerischen Architekten Bernard Tschumi entworfenen Prachtbaus am Fuße der Akropolis kamen rund 400 Gäste, darunter EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und der Generaldirektor des UN-Kulturorganisation UNESCO, Koichiro Matsuura, sowie zahlreiche Staats- und Regierungschefs. Britische Regierungsvertreter nahmen nicht an der Veranstaltung teil. Die deutlichsten Worte des Abends gingen dennoch an die Adresse Londons.

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias verwies darauf, dass die Monumente der Akropolis „Identität und Stolz“ der Griechen symbolisierten. Jetzt, da das neue Museum eröffnet sei, sollten auch die in London seit mehr als 200 Jahren ausgestellten Figuren zurückkehren. „Die ganze Welt kann jetzt die wichtigsten Figuren des Parthenons zusammen sehen“, sagte Papoulias. „Einige fehlen. Es ist an der Zeit, die Wunden des Monuments zu heilen und die Marmorfiguren zurückzugeben.“

Der griechische Kulturminister Antonis Samaras sagte, die Skulpturen vom Fries des Athener Haupttempels würden „unvermeidlich“ nach Athen zurückkehren. Er schloss aus, dass Griechenland den Eigentumsanspruch des Britischen Museums anerkennen werde – Vorbedingung Londons für eine Leihgabe der „Elgin Marbles“.

4.000 Objekte auf 14.000 Quadratmetern

Das Parthenon stammt aus der Athener Blütezeit zwischen 447 und 432 vor Christus und war bis zu einer Explosion 1687 weitgehend intakt geblieben. Der britische Lord Elgin ließ zwischen 1801 und 1804 ungefähr die Hälfte der verbliebenen Figuren aus dem damals zum Ottomanischen Reich gehörenden Athen nach Großbritannien bringen. Das Britische Museum lehnt ihre Zurückgabe mit der Begründung ab, es habe die Figuren rechtmäßig von Elgin gekauft. Zudem seien sie in London bei freiem Eintritt zugänglich. Eine Sprecherin des Britischen Museums, Hannah Boulton, sagte: „Ich denke, sie gehören uns allen. Wir sind heutzutage alle globale Bürger.“

Im neuen Akropolis-Museum sind auf etwa 14.000 Quadratmetern künftig mehr als 4.000 Objekte aus dem Griechenland der Antike zu sehen. Der auf fünf teils unterirdischen Stockwerken angelegte Museumsbau am Fuße des Athener Tempelbergs ist wegen seiner ungewöhnlichen Architektur schon an sich einen Besuch wert.

Das neue Museum sollte ursprünglich bereits zu den Olympischen Spielen in Athen im Sommer 2004 öffnen, doch verzögerte sich seine Fertigstellung noch um fünf Jahre. Die Kosten betrugen letztlich 130 Millionen Euro.

Der Eintritt beträgt in diesem Jahr einen Euro, 2010 wird er auf fünf Euro angehoben. Die ersten vier Tage ist das Museum bereits aufgrund von Vorbestellungen komplett ausverkauft. (AP)

 

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