Aktuelle Nachrichten – Europa
14.07.2008
Bellinzona/Zürich – Nach den Überschwemmungen vom Wochenende hat sich die Lage im Tessin am Montag zusehends normalisiert. Zurück bleiben beträchtliche Schäden – vor allem für die Bauern in der Südschweiz. Ihr Verband sprach von einem Jahr zum Vergessen.
Hart getroffen hat das Unwetter die bereits zuvor vom regnerischen Wetter arg gebeutelten Tessiner Bauern. Nach einer fünfjährigen Trockenperiode sei heuer ein Jahr zum Vergessen, sagte Cleto Ferrari, Sekretär des Tessiner Bauernverbandes, auf Anfrage der AP und fügte hinzu: „Bis zum 20. Juni hat es immer geregnet und seither gab es kaum drei aufeinander folgende Tage, an denen es nicht geregnet hat.“ Unter dem schlechten Wetter zu leiden hatten vor allem die Gemüsebauern, so die Tomatenproduzenten der Magadinoebene.
Kein guter Jahrgang dürfte das Jahr 2008 aber auch für die Merlot-Produzenten des Sottoceneri werden, ist Ferrari überzeugt. Eine Ernteausfallbilanz wollte er jedoch nicht machen. Dafür sei es noch zu früh.
Die Versicherungsgesellschaft Schweizer Hagel hat von Freitag bis Sonntag rund 500 Schadensfälle registriert, allerdings nur einen aus dem Kanton Tessin. Denn die Tessiner Bauern sind nur marginal gegen Hagel oder Hochwasser versichert. Die meisten Fälle gingen am Freitag ein, als eine Hagelfront dem Rhein entlang von Westen nach Osten zog, wie es auf Anfrage hiess.
Auch zu den Gebäudeschäden lagen noch keine Schätzungen vor. Im Tessin gibt es keine kantonale Gebäudeversicherung. Die Summe für die Räumung der Strassen wurde im kantonalen Baudepartement auf 200.000 bis 300.000 Franken geschätzt. Alle am Vortag überfluteten Strassen waren bereits am Sonntagabend wieder befahrbar. Bei den Überschwemmungen waren keine Menschen zu Schaden gekommen. Bis auf ein Paar aus Gorduno konnten alle Evakuierten bereits am Sonntagabend wieder in ihre Häuser zurückkehren, wie ein Sprecher der Tessiner Kantonspolizei auf Anfrage sagte. (AP)
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