Foto: ddp images / dapd/dapd
Berlin – Eigentlich spielt Edouard Baer zum ersten Mal den schlauen Gallier Asterix aus der gleichnamigen Kultcomic-Reihe. Doch als er am Montag die neue Realverfilmung "Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät" in Berlin vorstellte, wirkte es, als seien er und Gérard Depardieu, der erneut Asterix' besten Freund Obelix mimt, schon seit Jahren ein komödiantisches Paar: Sie alberten auf dem Podium herum und massierten ihrer Übersetzerin die Schultern. Catherine Deneuve - ganz die würdevolle, auf Etikette bedachte Königin, die sie in dem Streifen spielt - bat darum, das Verhalten der beiden zu entschuldigen. Sie hätten keinen Mittagsschlaf gemacht und seien daher etwas überdreht.
Und doch habe sich mit Baer als Asterix etwas geändert: "Es ist das erste Mal, dass ich einen eleganten Asterix habe", sagte Depardieu. In den Filmen zuvor sei der Charakter dagegen eher etwas tölpelhaft gewesen. Baer erwiderte das Kompliment. Depardieu als Obelix habe ihn beim Einfinden in seine neue Rolle geleitet. "Ja, und ich habe ihn geliebt", fügte der 63-Jährige Depardieu hinzu.
Beste Voraussetzungen also, um eine echte Männerfreundschaft auf die Leinwand zu bringen. Dann darum geht es im Grunde bei Asterix und Obelix. Und um ihren ewig währenden Kampf gegen die Römer - diesmal allerdings nicht auf gallischem Boden, sondern in Britannien. Auch dort leistet ein kleines Dorf Widerstand gegen die Besatzer aus dem Süden. Doch die britische Königin (Deneuve) braucht Hilfe - also sendet sie ihren Berater Teefax (Guillaume Gallienne) aus, um den Zaubertrank der Gallier, der übermenschliche Kräfte verleiht, zu holen.
Asterix und Obelix sollen dafür sorgen, dass ein Fass mit dem Trank heil in Britannien ankommt. Mit dabei haben sie den Neffen ihres Häuptlings, Grautvornix (Vincent Lacoste), einen musischen, romantischen, pubertierenden Jüngling, aus dem sie einen "echten" Mann machen wollen. Auf der Reise fällt Grautvornix jedoch den Normannen in die Hände.
Zivilisierte Römer und barbarische Normannen
Zwei Asterix-Bände haben Laurent Tirard und Grégoire Vigneron damit in dem neuen Film verarbeitet: "Asterix bei den Briten" und "Asterix und die Normannen". Die Autoren des Drehbuchs hätten die Idee gehabt, Zivilisation und Barbarei einander gegenüberzustellen, erläuterte der Produzent Marc Missonnier. Die Römer repräsentierten die zivilisierte Welt: "Und wer wäre barbarischer als die Normannen?" Außerdem sei es so möglich gewesen, Grautvornix in die Geschichte aufzunehmen, der ein "wunderbarer Kontrast" zu den beiden Hauptfiguren sei.
Ganz anders als die beiden lebenslustigen Gallier sind auch die steifen Briten, auf die sie bei ihrer Reise treffen, allen voran die Königin. Immer bleibt sie majestätisch, nie lässt sie sich aus der Ruhe bringen. Eine Rolle, die Deneuve offensichtlich liegt. "Es war eine wunderbare Erfahrung, die Königin von England zu spielen", sagte sie in Berlin. Macht zu haben, eine Krone auf dem Kopf und eine Klingel, mit der sie ihre Bediensteten rufen konnte, sei schön gewesen.
Dass der Film in 3D gedreht wurde, habe das Spielen für sie nicht schwerer gemacht, was auch an Regisseur Tirard gelegen habe, sagte Deneuve weiter. Gute Filmemacher ließen ihre Schauspieler nichts von den technischen Herausforderungen spüren, fügte Baer hinzu. Von der neuen Technik zeigte er sich begeistert: 3D sei etwas ganz großartiges und verstärke das Filmerlebnis.
"Asterix und Obelix im Auftrage Ihrer Majestät" läuft am 18. Oktober in den deutschen Kinos an.
dapd
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