Panorama - Aktuelle Nachrichten – Eine Möhre für das Pferd von Sinterklaas – Katrin Neubauer
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Weihnachtsbräuche Eine Möhre für das Pferd von Sinterklaas

Katrin Neubauer

16.12.2010

Auf die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge geht auch ein Brauch aus Irland zurück. Dort stellt man Kerzen als Einladung für Obdachlose in die Fenster und erinnert so an die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten als einem Fest der Nächstenliebe. Foto: Thomas Kienzle/AP Photo
Auf die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge geht auch ein Brauch aus Irland zurück. Dort stellt man Kerzen als Einladung für Obdachlose in die Fenster und erinnert so an die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten als einem Fest der Nächstenliebe.

Foto: Thomas Kienzle/AP Photo

Berlin – Der Weihnachtsbaum gehört in Deutschland zum Fest wie der Schnee ? oder zumindest die Hoffnung darauf. Was aber tun, wenn Weihnachten mitten in den Hochsommer fällt, so wie in Australien? Dort kommt der Weihnachtsmann dann eben sportlich in Badehose und sogar auf Wasserskiern daher.

Auch die Christen in Indien feiern ein warmes und farbenfrohes Weihnachtsfest. Als Baum werden Bananenstauden oder Mangobäume verwendet. In manchen Regionen bekommt das Familienoberhaupt am Weihnachtsmorgen eine Zitrone mit Glücks- und Erfolgswünschen als Symbol der Verehrung.

In China ist Weihnachten vor allem für Jugendliche ein Fest. Sie treffen sich mit Freunden, um zu trinken und zu tanzen. Kinder aus christlichen Familien hängen vor Heiligabend Strümpfe auf und warten auf den Besuch des "Dun Che Lao Ren", was soviel bedeutet wie "Alter Weihnachtsmann".

Strümpfe werden auch in England aufgehängt. Dort schmückt man die Wohnungen mit Misteln, Stechpalmen und bunten Girlanden. Fester Bestandteil des Weihnachtsmenüs sind Truthahn und Plumpudding. Das traditionelle Gericht besteht aus Rinderfett, Zucker, Sirup, Rosinen und Brotkrumen. Viele Familien haben ihr eigenes Rezept, zu dem auch ein kräftiger Schuss Brandy gehören kann. Geschenke gibt es, wie in den USA und Australien, erst am Morgen des Ersten Weihnachtstages.

Am frühesten werden die Kinder in den Niederlanden beschert. Dort stehen schon am 6. Dezember die Schuhe am Kamin. Harte Arbeit für Sinterklaas, alle Wünsche zu erfüllen. Sein Pferd aber wird für die Mühen belohnt: Die Kinder legen ihm eine Möhre oder Heu hin, damit es auch im nächsten Jahr genug Kraft hat, um wiederzukommen. Das Weihnachtsfest wird dann meist besinnlich im Familienkreis begangen, oft werden noch einmal kleinere Geschenke ausgetauscht.

Das Mädchen "Schneeflöckchen" und der Junge "Neujahr"

In Griechenland werden die Gaben erst am letzten Tag des Jahres verteilt. Am Heiligen Abend bekommen die Kinder, die mit Trommeln und Glocken singend durch die Straßen ziehen, meist nur kleine Geschenke und Süßigkeiten. Auch in Russland gibt es erst zu Silvester Geschenke. Gebracht werden sie nicht vom Weihnachtsmann, sondern von Väterchen Frost, der traditionell mit einem Eiszapfen als Wanderstab dargestellt wird. Ihn begleiten das Mädchen "Schneeflöckchen" und der Junge "Neujahr". Das eigentliche Weihnachtsfest wird dann am 7. Januar gefeiert.

In Dänemark gehört zur Weihnachtszeit die mit 24 Querstrichen versehene Kalenderkerze. Ab dem 1. Dezember wird sie jeden Tag um eine Markierung heruntergebrannt. Das traditionelle Weihnachtsessen am 24. Dezember wird mit einem Reisbrot begonnen, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Der Finder bekommt ein Geschenk.

In den skandinavischen Ländern erfreut sich "Julklapp" großer Beliebtheit. Das in viele Hüllen verpackte Geschenk wird unter "Julklapp, Julklapp"-Rufen in den Raum geworfen. Dabei zählt weniger der materielle Wert des Geschenkes als der persönliche Bezug zum Beschenkten. Die Finnen lieben es zu Weihnachten mollig warm. Deshalb darf der Saunagang auch am Fest nicht ausfallen.

In Mexiko ziehen die Kinder bei der "Posada" (Herberge) wie Maria und Josef von Haus zu Haus. Erst verwehren ihnen die Besitzer dem Brauch nach den Zutritt, dann dürfen die Kinder doch hereinkommen. Es  erwartet sie die "Pinata". Das an der Decke hängende Gefäß aus Pappmaché ist mit Süßigkeiten gefüllt. Mit verbundenen Augen versuchen die Kinder der Reihe nach, die Pinata mit einem Stock aufzuschlagen. Ist sie kaputt, stürzen sich alle auf die Süßigkeiten und ziehen weiter.

Auf die Suche von Maria und Josef nach einer Herberge geht auch ein Brauch aus Irland zurück. Dort stellt man Kerzen als Einladung für Obdachlose in die Fenster und erinnert so an die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten als einem Fest der Nächstenliebe.

(dapd)

 

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