Aktuelle Nachrichten Europa – Einigung von Clariant und Unia im Konflikt um Abbaumassnahmen – DAPD
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Kurzarbeit ab Mai Einigung von Clariant und Unia im Konflikt um Abbaumassnahmen

DAPD

25.03.2009

Muttenz/Bern – Clariant Schweiz hat sich mit der Gewerkschaft Unia und der Clariant-Betriebskommission im Konflikt um die Restrukturierung des Chemiekonzerns auf weitere Schritte geeinigt. Am Abbau von konzernweit zusätzlichen 1.350 Stellen wird festgehalten. In Teilen der Schweizer Produktion gibt es Kurzarbeit.

Das Gespräch der Geschäftsleitung von Clariant Schweiz mit Vertretern der Unia-Geschäftsleitung und dem Präsidenten der Clariant-Betriebskommission vom Dienstag hatte zum Ziel, sich bezüglich der geplanten Personalmassnahmen am Standort Schweiz anzunähern und Massnahmen zur Überbückung des Produktionsrückgangs zu erörtern, wie aus der Mitteilung von Clariant vom Mittwoch hervorgeht. Am geplanten zusätzlichen Abbau von rund 1.350 Stellen wird laut Clariant-Informationschef Arnd Wagner jedoch festgehalten. Wie bereits berichtet, sind von dem im laufenden Jahr geplanten Abbau unter anderem 300 Stellen in Britannien betroffen, 200 in Deutschland und rund 150 in der Schweiz.

Die Sozialpartner einigten sich aber darauf, die – laut Clariant bereits geplante – Kurzarbeit ab dem kommenden 1. Mai für Teile der Produktion in der Schweiz sowie die dazugehörigen Infrastruktur-Betriebe einzuführen, um weitere Kündigungen zu vermieden, wie die Gewerkschaft Unia und Clariant in separaten Medienmitteilungen bekannt gaben. Die Arbeitnehmervertreter und Vertreter der Geschäftsleitung von Clariant Schweiz einigten sich zudem auf eine Aufnahme von Verhandlungen für eine Neuauflage des Sozialplans.

Im weiteren wurde im Zusammenhang mit bereits ausgesprochenen Kündigungen in einem Fall eine Alternativlösung für die betroffene Person gefunden. Laut der Gewerkschaft Unia handelt es beim Betroffenen um einen Unia-Vertrauensmann. In einem weiteren Fall erhalte ein Unia-Vertreter im Einverständnis mit dem Betroffenen Akteneinsicht, um zu überprüfen, ob die Kündigung im Zusammenhang mit dessen gewerkschaftlicher Tätigkeit stehe, schreibt die Gewerkschaft.

Laut Clariant verzichtet die Gewerkschaft Unia zudem auf weitere Arbeitskampfmassnahmen. Die Parteien kamen auch überein, dass sich die Sozialpartner künftig regelmässig treffen, um über absehbare Entwicklungen des Clariant-Standorts Muttenz im Unterbaselbiet zu diskutieren mit dem Ziel, diesen Standort zu stärken.

Beide Parteien bezeichneten die Gespräche als konstruktiv. Armin Meile, Chef von Clariant Schweiz, begrüsste es laut der Mitteilung des Chemiekonzerns, dass bei den zu treffenden Massnahmen Übereinstimmung mit der Gewerkschaft und dem Präsidenten der Betriebskommission gefunden wurde. Die Gewerkschaft und die Betriebskommission gaben laut der Unia-Mitteilung der Hoffnung Ausdruck, dass mit einer reibungslosen Umsetzung der Vereinbarung der Konflikt beigelegt wird. (AP)

 

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