Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
01.12.2009
München – Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat im Streit um die Schadenersatzforderungen des Konzerns wegen des Schmiergeldskandals offenbar nachgegeben. Wie am Dienstag aus Unternehmenskreisen verlautete, stehen der Manager und die Firma unmittelbar vor einer Einigung. Der Konzern und Pierer hätten sich auf die Zahlung von fünf Millionen Euro geeinigt, wurde ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigt. Am (morgigen) Mittwoch wird sich der Siemens-Aufsichtsrat mit den Schadenersatzforderungen gegen insgesamt zehn frühere Vorstände befassen.
Ursprünglich hatte Siemens sechs Millionen Euro von Pierer gefordert und ihm mit einer Klage gedroht, sollte er nicht einlenken. Siemens wirft mehreren Ex-Managern vor, die Entstehung eines Schmiergeldsystems durch mangelnde Kontrolle begünstigt zu haben. Die Mehrzahl der betroffenen Manager hat nach Angaben aus Unternehmenskreisen bereits Zahlungen zugesagt. Der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und heutige Chef des US-Konzerns Alcoa wird demnach zwei Millionen Euro zahlen.
Die Siemens-Affäre war im November 2006 mit einer Großrazzia ins Rollen gekommen. Staatsanwälte und interne Ermittler deckten dubiose Zahlungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro auf. Die Affäre hat Siemens inklusive Beraterkosten zur internen Aufklärung und einer Kartellstrafe mindestens 2,5 Milliarden Euro gekostet. (AP)
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