Aktuelle Nachrichten – Forschung
28.05.2008
Washington – Die Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) brauchen einen Weltraumklempner: Ihre einzige Toilette ist kaputt. Die Bedeutung eines funktionierenden stillen Örtchens sei im All so große wie auf der Erde, versichert ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde NASA, Allan Beutel. Die Astronauten haben sich zunächst mit einer Toilette der „Sojus“-Landekapsel beholfen, die allerdings nur eine sehr geringe Kapazität hat. Inzwischen nutzen sie ein Behelfssystem, das jedoch nicht dauerhaft funktionieren kann.
Die NASA muss daher möglicherweise den Klempner schicken: Am Samstag wird die Raumfähre „Discovery“ zur ISS starten, mit einem japanischen Forschungslabor an Bord. Eine Sprecherin des Raumfahrtzentrums in Houston sagte, es werde erwogen, sprichwörtlich in letzter Minute noch Ersatzteile für die Toilette nach Cape Canaveral zu fliegen. Doch dabei gibt es ein Problem: Die Ladung ist so akribisch geplant, dass eigentlich kein Platz mehr ist für Klempnerzubehör, wie der Sprecher des Kennedy Space Centers im US-Staat Florida, Bill Johnson, sagte. „Discovery“ wird bei planmäßigem Verlauf am Montag an der ISS andocken.
Die Toilette russischen Fabrikats verrichtet ihren Weltraumdienst seit sieben Jahren. Bislang war sie nur ein Mal defekt, damals konnte die ISS-Besatzung den Schaden jedoch beheben. Dieses Mal herrscht jedoch auch bei den russischen Konstrukteuren Ratlosigkeit. Dir Ursache des Defekts ist unklar. Als ein Besatzungsmitglied in der vergangenen Woche das stille Örtchen nutzte, fiel ein Motor aus, die Toilette wurde unbrauchbar. (AP)
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