Aktuelle Nachrichten – Welt
22.02.2010
Foto: AP Photo/Mohammed Ahmed
Kairo (apn) Mit scharfer Kritik am politischen System in seiner Heimat hat sich der ägyptische Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei zu Wort gemeldet. Drei Monate nach dem Ende seiner Amtszeit als Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) forderte ElBaradei einen Kurswechsel und demokratische Reformen. Ausweichend antwortete er auf Fragen, ob er bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr gegen den seit drei Jahrzehnten regierenden Amtsinhaber Husni Mubarak antreten will.
„Ich spreche über das Schicksal einer Nation und die Zukunft unserer Söhne“, sagte der 67-Jährige. „Ich sage, wir haben ein Problem. Wir müssen den Kurs ändern. Ob ich Teil dieses Wandels bin oder nur den Weg erleuchte, ist zweitrangig.“ El Baradei hat bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass er nur dann kandidieren werde, wenn eine freie Wahl garantiert sei und von der internationalen Gemeinschaft überwacht werde.
El Baradei warf Mubarak vor, dass Korruption, Amtsmissbrauch und Angst die Markenzeichen seiner Regierung seien. Armut, mangelnde Bildung, wirtschaftlicher Niedergang und soziale Spannungen zwischen Muslimen und Christen seien die größten Probleme des Landes. Er bezweifle, dass die eingeleiteten Reformen in die richtige Richtung gingen und schnell genug seien, sagte El Baradei am Sonntagabend in einem dreistündigen Fernsehinterview, das von einem unabhängigen Satellitensender live übertragen wurde.
El Baradei war mehr als 20 Jahre im Ausland, zuletzt bis Ende November 2009 in Wien an der Spitze der IAEA. Gemeinsam mit dieser Organisation erhielt er 2005 den Friedensnobelpreis. (AP)
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