Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
06.09.2010
Essen/Hamburg (dapd). Der Energiekonzern E.ON hat den Atom-Kompromiss der Bundesregierung begrüßt. "Die Bundesregierung macht damit deutlich, dass die Kernenergie als ein wichtiger Eckpfeiler unserer Energieversorgung noch länger gebraucht wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen am Montag. Somit könne die Kernenergie "einen wichtigen Beitrag zu Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz auf dem Weg in die Energieversorgung von morgen leisten".
Zugleich verwies er darauf, dass der Kompromiss "erhebliche Belastungen in Form von Steuern und Förderbeiträgen" mit sich bringe. Die konkreten Auswirkungen müssten noch für jede einzelne Anlage geprüft werden. Insgesamt habe die Regierung die Belastungsschraube erheblich angezogen und schöpfe den deutlich überwiegenden Teil möglicher Zusatzerträge ab.
Die unterschiedlich lange Laufzeit für ältere und neue Anlagen sei eine politische Entscheidung, die die Betreiber zu akzeptieren hätten, sagte Teyssen. Allerdings gebe es keine technische Rechtfertigung. Unabhängig vom Alter erfüllten alle Anlagen international hohe Sicherheitsstandards.
Der Vorstandvorsitzende von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, begrüßte die Einigung ebenfalls. Zugleich betonte auch er, dass durch die neue Steuer und die Abgaben für den Fonds zur Förderung erneuerbarer Energien der größte Teil der möglichen Zusatzgewinne abgeschöpft werde.
Die Spitzen der schwarz-gelben Koalition hatten sich am Sonntagabend auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach sollen sieben ältere Atomkraftwerke acht zusätzliche Jahre Produktionszeit bekommen. Für die zehn Reaktoren, die ab 1980 ans Netz gingen, sollen es 14 Jahre sein. Ferner sollen die Betreiber von 2011 bis 2016 jährlich 2,3 Milliarden Euro Brennelementesteuer an den Bundeshaushalt und zusätzlich einen Teil ihrer Gewinne an einen Fonds zum Ausbau erneuerbarer Energien zahlen.
(folgt Zusammenfassung bis 15.45 Uhr / ca. 45 Zeilen) (AP)
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