Foto: Jens Koehler/dapd
Abu Dhabi – Bis zu 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs könnte bis 2050 aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- oder Sonnenkraft stammen. Zu diesem Schluss kommt der Weltklimarat (IPCC) in seinem am Montag veröffentlichten Energiebericht.
Ein solcher Ausbau im Bemühen um eine Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes werde aber kostenintensiv und ohne Änderungen in der Politik nicht möglich sein, schreibt das Gremium.
In einem von verschiedenen Szenarios heißt es, im Jahr 2050 könnten erneuerbare Energieträger 77 Prozent der Energiequellen weltweit darstellen. Dafür müssten allerdings unter anderem bedeutende Investitionen in der Infrastruktur getätigt werden.
Nicht alle teilnehmenden Länder waren mit dem Energiebericht zufrieden. Saudi-Arabien und Katar fanden, die Vorzüge von erneuerbaren Energiequellen seien zu positiv dargestellt worden. Sie konnten sich mit ihrem Einwand bei der viertägigen Konferenz in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten aber nicht durchsetzen. Für Brasilien, einem der größten Ethanolhersteller der Welt, fiel die Wortwahl bei der Darstellung der negativen Folgen von Biokraftstoff zu scharf aus.
Stellungnahme des WWF
Das von den Vereinten Nationen eingesetzte Wissenschaftlergremium macht klar, dass die erneuerbaren Energien auch zukünftig die am schnellsten wachsenden Quellen der Energieversorgung bleiben. Der WWF sagt in einer Stellungnahme dazu, dass er diese Einschätzung teile und zugleich überzeugt sei, dass das weltweite Potenzial von Wind, Wasser und Sonnenenergie in Kombination mit einer gesteigerten Energieeffizienz noch immer unterschätzt werde.
Der Weltklimarat (IPCC) habe in seinem 900 Seiten starken Bericht solide Arbeit geleistet, sei aber bei den Ausbauprognosen noch zu bescheiden, so der WWF. Der IPCC-Bericht mache deutlich, dass erneuerbare Energien fossilen Energieträger überlegen sind, weil sie quasi überall verfügbar seien. Zudem seien substantielle Kostenminderungen insbesondere bei Solar- und Windenergie zu erwarten. Damit steige ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Kohle, Öl und Uran. Der WWF betont, dass Deutschland eine wichtige Rolle beim Umbau der Energiesysteme spielen könne. Wichtig sei neben der zielorientierten Förderung der Erneuerbare Energien der angemessene und rechtzeitige Ausbau von Speicherkapazitäten und die Schaffung neuer Netzkapazitäten für den Transport von Offshore Windenergie.
Der WWF hat in einem Anfang des Jahres vorgelegten Szenario gezeigt, dass die Energieversorgung der Weltbevölkerung bis 2050 nahezu ausschließlich über erneuerbare Energien sichergestellt werden kann. „Die weltweite Energiewende ist machbar, wenn jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen auf internationaler und nationaler Ebene gesetzt werden", betont Regine Günther, Leiterin des Klimabereichs beim WWF Deutschland. Hierzu gehöre ein internationales Klimaschutzabkommen mit anspruchsvollen Minderungsverpflichtungen sowie ein Minderungsziel der Europäischen Union von 30 Prozent bis 2020. Auf diese Weise werden Anreize für mehr Investitionen, mehr Wettbewerb und einer schnelleren Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz gesetzt.
Der IPCC Special Report: www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf(rls und dapd)
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