Frankfurt/Main – Zwischen dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und Drogensucht besteht ein enger Zusammenhang. In Familien mit ADHS-kranken Kindern oder Jugendlichen sind nicht nur die Betroffenen selbst anfälliger für Rauschgiftkonsum, sondern auch Verwandte ersten Grades. „Das gemeinsame Risiko von ADHS und Drogensucht könnte mit Genen zusammenhängen, die den Dopamin-Stoffwechsel beeinflussen“, erklärt die Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Christa Schaff.
Dieser Botenstoff sei sowohl an der Regulation von Aufmerksamkeit und Erregbarkeit als auch an der Belohnungsreaktion bei einer Sucht beteiligt. „Andererseits könnten ADHS und Drogenabhängigkeit auch auf einen gemeinsamen äußeren Einfluss zurückzuführen sein und unterschiedliche genetische Ursachen haben“, sagt die Expertin. Weitere Forschungen sollten dies nun klären.
Ein deutsches Forscherteam hatte im vergangenen Jahr drei genetische Varianten identifiziert, die an der Entwicklung des sogenannten Zappelphilipp-Syndroms beteiligt sind. ADHS ist die häufigste psychiatrische Störung bei Kindern und Jugendlichen. Jungen sind davon drei bis vier Mal so häufig betroffen wie Mädchen. Die Patienten sind häufig unaufmerksam, unruhig, impulsiv und haben einen erhöhten Bewegungsdrang. Die Wissenschaft geht davon aus, dass das Syndrom zu 80 Prozent genetisch bedingt ist.
http://www.kinderpsychiater-im-netz.de (AP)
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