München – Das Medulloblastom zählt zu den häufigsten und bösartigsten Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen. Fast die Hälfte aller Patienten stirbt langfristig an den schnell wachsenden Tumoren des Kleinhirns. Nun haben Forscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität den Entstehungsprozess der Tumore im Detail geklärt.
Die Wissenschaftler veränderten im Gehirn von Mäusen Zellverbände genetisch, um das Wachstum von Tumoren zu provozieren. Dabei entstanden Medulloblastome nach Angaben der Universität nur aus einem Zelltyp, den sogenannten Körnerzellen und deren Vorläuferzellen. Bislang können Medulloblastome nur mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie behandelt werden. „Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, gezielte Therapien zu entwickeln und so die Behandlung von Kleinhirntumoren bei Kindern zu verbessern“, sagt der Neuropathologe Ulrich Schüller. „Wenn man auf molekularer Ebene weiß, wie ein Tumor entsteht, kann man auch spezifische Therapien entwickeln, die die Ursache des Leidens behandeln.“ (AP)
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