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Aktuelle Nachrichten – EURO 2008
29.06.2008
Berlin/Wien – Enttäuschung bei deutschen Fußballfans nach dem Sieg Spaniens beim EM-Finale: Hunderttausende verließen am Sonntagabend niedergeschlagen die Fanmeilen, von Feierstimmung keine Spur. Dennoch blieb es überall weitgehend friedlich. In den meisten Städten waren die Public-Viewing-Gelände aus allen Nähten geplatzt und mussten lange vor Spielbeginn geschlossen werden; allein in Berlin drängten sich rund um das Brandenburger Tor rund 500.000 Menschen.
Niedergeschlagen und enttäuscht verließen die Fans die Berliner Fanmeile – die größte in Deutschland. Nur einige triumphierende Spanier schwenkten ihre Fahnen und feierten. Die Polizei meldete 17 Festnahmen überwiegend wegen Körperverletzung. In zwei Fällen war der Hitler-Gruß gezeigt worden. Die Fanmeile an der Straße des 17. Juni war für das Finale nicht verlängert worden. Sie bekam aber eine zusätzliche vierte Leinwand.
Überwiegend gelassene Enttäuschung herrschte in Hamburg, wo sich insgesamt etwa 70.000 Fans das Spiel auf öffentlichen Plätzen angeschaut hatten. Allein auf dem im Stadtteil St. Pauli gelegenen Heiligengeistfeld versammelten sich 42.000 Menschen. Zwischenfälle nach dem Abpfiff registrierte die Polizei zunächst nicht.
Überwiegend ruhig blieb es auch in München, wo 50.000 Fans das Spiel im Olympia-Stadion verfolgt hatten. Nach dem Ende des Matches spazierten etwa 10.000 Fußball-Anhänger niedergeschlagen über die Leopoldstraße. Nach Polizeiangaben gab es weder Zwischenfälle noch größere Autokorsos. Ruhe auch in Nürnberg und Stuttgart, wo 80.000 Fans auf den Straßen unterwegs waren, darunter etwa 3.000 Spanier.
In Frankfurt zerstreute sich die Menge rasch, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Fans gingen „gesittet“ nach Hause. In der Innenstadt waren mehrere zehntausend Menschen unterwegs, darunter mehrere tausend Spanier. In der Commerzbank-Arena hatten sich fast 51.000 Fans das Spiel angeschaut.
In der Fanzone in der Wiener Innenstadt verfolgten laut Polizei rund 68.000 Gäste das EM-Endspiel zwischen Deutschland und Spanien. Zwischenfälle habe es bislang nicht gegeben, sagte ein Sprecher. Die Behörden hatten zuvor erklärt, man rechne zum Finale mit 40.000 deutschen und 15.000 spanischen Fans in der österreichischen Hauptstadt.
Die österreichische Polizei hatte bis zu 2.500 Beamte zusätzlich aufgeboten, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Sie wurden von szenekundigen Beamten aus Deutschland und Spanien unterstützt. Die Feuerwehr legte in der Fanzone wieder Wasserschläuche, um den Fans eine Möglichkeit zur Abkühlung zu verschaffen.
Für die deutschen Fans waren vier Sonderzüge bis zum Westbahnhof eingeplant. Die Spanier reisten in erster Linie mit dem Flugzeug an.
Trotz der 1:0-Niederlage wollten sich die deutsche Nationalmannschaft und ihr Trainer Joachim Löw am Montagnachmittag den Fans in Berlin zeigen. Geplant war um 14.30 Uhr ein Fanfest am Brandenburger Tor. (AP)
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