Freiburg – Das seit vielen Jahren in der Krebstherapie verwendete Epo erhöht das Sterberisiko der Patienten. Der auch als Dopingmittel genutzte Stoff regt die Bildung roter Blutkörperchen an und soll Krebskranken helfen, die unter Blutarmut leiden. Eine große Studie der Northwestern Universität in Chicago und des Universitätsklinikums Freiburg zeigt nun, dass das Mittel die Überlebenszeit der Betroffenen verkürzt.
Die Auswertung von 51 Studien mit insgesamt 13.000 Patienten zeigte, dass Epo die Sterberate der Patienten um zehn Prozent erhöhte. Das Risiko für Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge stieg um bis zu 57 Prozent, wie die Forscher im „Journal of the American Medical Association (JAMA)“ berichten. Möglicherweise stimuliert das Mittel das Wachstum der Krebszellen.
„Obwohl Epo-Präparate für Tumorpatienten zugelassen und empfohlen werden, weisen unsere Befunde darauf hin, dass sie das Krebswachstum anregen und Patienten gefährden können“, warnt der Radiologe Michael Henke von der Uniklinik Freiburg. „Es ist beunruhigend, dass sie 15 Jahre angewandt wurden, bevor wir dies erkennen konnten.“
(Quelle: „Journal of the American Medical Association (JAMA)“, Vol. 299, S. 914-924) (AP)
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