Aktuelle Nachrichten – Artenvielfalt
27.08.2012
Foto: Stage Entertainment
Seit rund 100 Jahren schwingt sich die von Edgar Rice Burrough erdachte Figur Tarzan von Liane zu Liane. Beim Lesen in unseren Köpfen (die Geschichte "Tarzan bei den Affen"erschien das erste Mal am 27. August 1912), im Kino auf der Leinwand, als Fernsehserie, als Comic, als Disney-Film und aktuell in der Neuen Flora in Hamburg als Musical. Seit 2010 spielt Alexander Klaws die Hauptrolle. Wie Tarzan an einer Liane durch die Luft zu fliegen, das muss ein erhebendes Gefühl sein. Ein paar Journalisten dürfen es ausprobieren: Stage-Entertainment lädt zum Flugworkshop im Theater Neue Flora ein. Wir sind dabei.
Sicher in den Seilen hängen
Zunächst im Rig Junior, das ist der Proberaum. Boden, Technik, Seile - alles ist wie auf der Bühne, damit man hier alles genauso proben kann, wie es auf der Bühne passieren soll. Hier zeigt uns Tarzan-Hauptdarsteller Alexander Klaws, wie man wie ein Affe an der Liane schwingt: "Wichtig ist, dass man dem Seil vertraut. Man kann sich richtig auf die Seite legen." Noch mehr als dem Seil vertraue ich dem Fluggeschirr. Das ist eine Gurtkonstruktion, in die man einsteigt, wie in eine Unterhose und die dann am Körper festgezogen wird. In dieses Geschirr wird das Seil mit einem Karabinerhaken eingehakt.
Foto: Heike Soleinsky / The Epoch Times.
Diese Fluggeschirre (Harnesse) sind nicht das, was Theater standardmäßig im Schrank haben. Sie wurden vom Aerial Designer Pichón Baldinu extra für das Musical Tarzan entworfen. Sie ermöglichen den Darstellern, sich in der Luft um 360 Grad zu drehen.
Gar nicht so einfach, sich zum Affen zu machen
Ich drehe mich erst mal um 180 Grad und jauchze dabei wie ein Kind. Herrlich, sich so fallen lassen zu können. "Du musst die Arme noch hängen lassen", berichtigt Klaws mich und erzählt, wie Affen in typischer Weise die Schultern hängen und die Arme lang lassen. Kopfüber höre ich mir Klaws Erläuterung über affenartige Bewegungen an, lasse die Arme baumeln - und merke, dass das Blut der Schwerkraft folgend meinen Kopf gefüllt hat. Rot vom Scheitel bis zum Hals komme ich wieder hoch.
Der Safetymanager Willem Catianis führt mich zu einem der seitlichen Gerüste, an dem ich hochklettern soll. Jetzt wird ein paar Meter höher geflogen. Zwischen den Gerüsten hin und her pendelnd versuche ich den Affenflug - und gebe offenbar keine gute Figur ab: "Du sitzt nur! Du musst dich auf die Seite legen, wie wir es eben geübt haben!", ruft Catianis mir zu. Auf die Seite legen, Knie anwinkeln, in die Flugrichtung schauen - einfach gesagt. Sobald ich nur meinen Kopf neige, ist vor mir eines der seitlichen Gerüste und ich würde am liebsten meine Nase einziehen. Dennoch werfe ich nun entschlossen meinen Körper herum, einen Arm in Flugrichtung gestreckt, um nahende Gerüststangen gegebenenfalls abzuwehren. Vermutlich fehlt nur noch das rote Cape und ich sehe aus wie eine Karikatur von Superman. So oder so mache ich mich zum Affen hier. Egal, es macht riesigen Spaß.
Lesen Sie auf Seite 2: Fit wie Tarzan
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