Gesellschaft - Aktuelle Nachrichten – Erfolg für deutsche Grundschulen – Holger Mehlig
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Aktuelle Nachrichten – Gesellschaft

Timss und Iglu-E Erfolg für deutsche Grundschulen

Holger Mehlig

09.12.2008

Erstklässler warten in Erfurt in der Staatlichen Grundschule "Am Wiesenhügel" während einer Feierstunde auf ihre Schultüten. (AP Photo/Jens Meyer)
Erstklässler warten in Erfurt in der Staatlichen Grundschule "Am Wiesenhügel" während einer Feierstunde auf ihre Schultüten. (AP Photo/Jens Meyer)

Berlin – Gute Noten für die deutschen Grundschulen: Die Viertklässler haben bei Studien zu Lesekompetenz sowie zum mathematischen und naturwissenschaftlichen Verständnis weit über dem EU-Durchschnitt abgeschnitten. Es gibt aber auch Wermutstropfen: Die Bildungschancen von Migrantenkindern sind hierzulande weiter viel geringer als die von Schülern mit in Deutschland geborenen Eltern. Auch der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist auffällig hoch. Die Studien wurden am Dienstag in Berlin präsentiert.

Laut der internationalen Schulleistungs-Untersuchung Timss (Trends in International Mathematics and Science Study) liegen die deutsche Grundschüler in Mathematik und Naturwissenschaften jeweils auf den zwölften Rang und damit deutlich über den jeweiligen EU- und OECD-Durchschnitt. Vorn rangieren vor allem asiatische Regionen und Staaten wie Hongkong, Singapur, Taiwan und Japan. Aus dem Westen können sich in beiden Bereichen jeweils England und die USA vor Deutschland platzieren.

Asiatische Länder weit vorn

Der Leistungsunterschied zu den asiatischen Ländern ist allerdings enorm. Er betrage bis zu einem Jahr, sagte der für die Studie verantwortliche Wilfried Bos. Das liegt nach Expertenmeinung am völlig anderen Schulsystem mit einem viel stärkeren Drill.

Negativ ist, dass in kaum einem anderen Land der Leistungsunterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund so stark ausgeprägt ist. Schüler mit Migrationshintergrund hinken denen mit in Deutschland geborenen Eltern um bis zu eineinhalb Lernjahren hinterher. Nur in Österreich ist die Differenz noch größer. Insgesamt nahmen 37 Staaten und sieben Regionen mit insgesamt 183.500 Schülern an der Timss-Studie teil.

Der ebenfalls am Dienstag vom Bundesfamilienministerium präsentierten Sinus-Milieustudie zufolge gebe es zwar Einwanderer, die dem weit verbreiteten Klischee vom nicht integrationswilligen Einwandere entsprächen. Aber diese Gruppe spiele demografisch wie kulturell keine große Rolle. Die meisten Migranten orientierten sich vielmehr wie die übrige Bevölkerung an modernen, gebildeten und beruflich wie gesellschaftlich erfolgreichen Vorbildern.

Thüringer Schüler haben Hausaufgaben gemacht

Bei der Lesestudie Iglu-E liegen die Thüringer Viertklässler nicht nur im Bundesländervergleich ganz vorn, sondern mischen auch in der internationalen Spitze mit. Auch die meisten anderen Länder sind besser als der EU- und OECD-Mittelwert. Bayerische und sächsische Schüler belegen im Bundesländer-Ranking die Ränge zwei und drei, hinten sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen platziert, die aber noch immer im EU-Durchschnitt liegen. An der Untersuchung nahmen in allen 16 Bundesländern fast 8.000 Viertklässler an über 400 Schulen teil.

Im letzten Jahr wurde das internationale Ranking der Studie präsentiert: Demnach lag Deutschland mit Platz elf im oberen Viertel unter 45 Staaten. Platz eins hatte Russland vor Hongkong und Kanada erreicht.

Thüringen liegt der Studie zufolge auch im internationalen Vergleich mit Platz zwei hinter Russland weit vorn. Aber auch den anderen Ländern gelingt es, die Lesekompetenz der Viertklässler auf ein Leistungsniveau zu bringen, das im internationalen Vergleich sehr gut abschneidet. 14 von 16 Ländern liegen über dem EU- und dem OECD-Mittelwert. Wie schon beim kürzlich veröffentlichten Pisa-Test laufen die neuen den alten Ländern den Rang ab. Schüler in Bremen sind in Sachen Lesekompetenz gegenüber denen in Thüringen fast ein Schuljahr hinterher. Die östlichen Flächenländer schneiden im Schnitt stärker als die westlichen ab.

http://www.kmk.org/ (AP)

 

 

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