Aktuelle Nachrichten – Menschen & Meinungen
14.02.2012
Foto: Privat
Meyer-Galow: Ich glaube, dass wir in eine Zeit hineingehen, in der wir nicht mehr so viel materielles Wachstum haben werden, sprich Bruttosozialprodukt. Aber wenn das Materielle nicht mehr wächst, wo ist dann das Wachstum? Das Wachstum ist dann innen. Das Individuum wächst in eine andere Dimension. Wir sind auf dem Sprung in eine neue, eine transmentale Bewusstseinsstufe.
Epoch Times: Was hat Sie angetrieben, dieses über 400 Seiten starke Werk zu schreiben?
Meyer-Galow: Was mich sehr betroffen macht, ist die Frage, warum wir in solch einer Gesellschaft leben, in der das Individuum laut Studien stark leidet und gar nicht glücklich ist, und dass die Wachstumsraten der psychischen Erkrankungen ebenso zweistellig sind wie die der Psychopharmaka.
Das macht mich so besorgt, dass ich meine, ich muss meinen eigenen Veränderungsprozess mitteilen, wie man ohne Psychopharmaka sich selbst ausheilen kann. Man muss selbst diesen ganzen Unrat, der aus der Egozentrik kommt, wegschaffen. Der hat nämlich dazu geführt, dass man von dem heilenden Feld abgeschnitten ist. Denn man wird geheilt durch dieses Feld und nicht durch andere. Das war ein starker Impuls, dieses Buch zu schreiben.
Der zweite war, dass ich als Unternehmer und Manager auch sehr erschrocken bin durch das, was in der Wirtschaftswelt passiert ist. Wie diese Finanzkrise sich aufstaute über viele Jahre, wie das um die Welt schwappte und dass nun die Staaten sich wahnsinnig verschulden, um das Finanzsystem zu retten. Wir in den westlichen Industrieländern sind am Ende einer 25-jährigen Wachstumsphase angelangt, die durch Verschuldung ausgelöst wurde; denn das wirkliche reale Wachstum in Gütern war vor 25 Jahren eigentlich schon vorbei.
Drittens hat mich bewogen, das Buch zu schreiben, weil in dieser Phase die Reputation der Manager und der Unternehmer schwer unter die Räder kommt. Nach den letzten Studien hat der Feuerwehrmann die höchste Reputation, die Politiker stehen natürlich ganz unten und die Manager auch.
Das heißt, die Bürger sehen die Auslöser in dieser Spezies. Ich habe gedacht, ich muss einfach ein Buch schreiben, um zu zeigen, dass es auch ganz anders geht ein Unternehmen zu führen und dass es gelingt, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Weil ich es eben nicht so gemacht habe wie die, die unsere Wirtschaft in die Krise gebracht haben. Wenn man nach ganz anderen Wertvorstellungen handelt, ist es möglich. Und das hab ich beschrieben, das ist der Transformationsprozess.
Epoch Times: Gab es für diesen Prozess einen Auslöser in Ihrem Leben?
Meyer-Galow: Ja, und ich habe nach meinen zwei persönlichen Einschlägen überhaupt zum ersten Mal darüber nachgedacht. Der erste war, dass meine Ehe zu Bruch ging, der zweite, dass ich meinen Job verlor – es sollte wohl so sein, dass es so heftig kam ... Aber ab dieser Zeit, ich war damals so 43 Jahre alt, ging mein Weg nicht mehr nur nach außen, sondern nach innen; und das Wirken nach außen verändert sich gleichzeitig mit der inneren Reifung.
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