Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
13.02.2012
Foto: Matthias Rietschel/AP Photo
Berlin – Deutsche Biobauern haben 2010 ihre Erlöse trotz zum Teil geringerer Ernteerträge deutlich erhöht. Während die Ernte von Getreide, vielen Gemüsesorten, Kartoffeln und Kernobst bei den Biobauern geringer ausfiel als ein Jahr zuvor, stiegen die Umsätze um rund 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und machten somit 3,5 Prozent der Gesamterlöse der deutschen Landwirtschaft aus, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag in Berlin vor der am Mittwoch in Nürnberg beginnenden Biofach-Messe mitteilte. Hauptgrund für den Anstieg seien höhere Preise für viele Bioprodukte. Außerdem sei das Angebot für tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier ausgebaut worden.
Laut Ministerium lag der durchschnittliche Jahresumsatz pro Biobetrieb mit rund 59.000 Euro etwa bei der Hälfte eines konventionellen Betriebs (124.000 Euro). Auch beim Ertrag pro Hektar erzielten Biobauern mit 1.300 Euro deutlich weniger als ihre Kollegen (2.200 Euro). Grund hierfür sei der deutlich höhere Grünlandanteil mit extensiver Bewirtschaftungsweise bei Biobetrieben. Würden Grünflächen herausgerechnet, bewegten sich beide Produktionsformen etwa auf gleichem Niveau.
Mehr Milch, Gemüse, Obst und Wein ökologisch produziert
Deutliche Unterschiede gibt es den Angaben zufolge auch bei der Zusammensetzung der Umsatzstruktur: Während im Bioanbau 27 Prozent der Erlöse auf Obst, Gemüse und Kartoffeln entfallen, sind die Erlöse in der konventionellen Landwirtschaft bei zehn Prozent. Umgekehrt sind die Erlöse der Biobauern bei Fleisch 19 Prozent, bei konventionellen Landwirten dagegen fast ein Drittel ihres Gesamtumsatzes. Nahezu gleich ist der Anteil von Milch. Nachdem 2010 etwa neun Prozent mehr Bio-Milch produziert wurde, stieg ihr Verkaufsanteil der Ökobauern auf 19 Prozent, verglichen mit 24 Prozent in konventionellen Betrieben.
Neben der Milchproduktion vergrößerten die deutschen Biobauern 2010 auch ihre Anbauflächen für Wein, Obst und Gemüse – hier vor allem für Möhren und Äpfel – und hielten mehr Legehennen, Masthähnchen und Gänse als im Vorjahr. Die Anbauflächen für Kartoffeln und Getreide gingen dagegen geringfügig zurück.
(dapd)
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