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Betrugsverdacht Ermittlungen gegen mehr als 600 Frauenärzte

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03.11.2012

Spritze Foto: dapd/dapd
Spritze

Foto: dapd/dapd

München/Köln – Die Staatsanwaltschaft Wuppertal und das Zollkriminalamt (ZKA) in Köln ermitteln derzeit wegen Betrugsverdachts gegen zahlreiche Frauenärzte in Deutschland. ZKA-Sprecher Wolfgang Schmitz sagte am Samstag auf dapd-Anfrage, der Verdacht richte sich gegen 611 Gynäkologen. Den Medizinern würden Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und der illegale Großhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten vorgeworfen, die nur Apotheken absetzen dürften. Der Sprecher bestätigte damit einen Vorab-Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus".

Die beschuldigten Frauenärzte sollen Patientinnen in großem Stil Verhütungsspritzen mit dem in Deutschland nicht zugelassenen Mittel Depocon verkauft haben. Abgerechnet wurde offenbar nicht über die Krankenkassen. "Mit der Masche haben die Ärzte mindestens sechs Millionen Euro umgesetzt", sagte ZKA-Sprecher Schmitz dem Magazin. Das Arzneimittel stammt nach seinen Angaben aus einer Firma im "EU-Ausland" - nähere Details nannte er nicht.

Laut den Ermittlern orderten die Ärzte die preiswerten Arzneimittel im Internet bei der Firma. Die Spritzen zur Schwangerschaftsverhütung wurden dann per Paketboten geliefert. Von Gesundheitsschäden bei Frauen, die das Mittel gespritzt haben, ist nach Angaben des ZKA-Sprechers nichts bekannt. Wie viele Frauen das Mittel nutzten, ist unklar.

dapd

 

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