Nachrichten Deutschland – Ermittlungen mehrerer Staatsanwaltschaften gegen Kusch – DAPD
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Umstrittene Sterbehilfe Ermittlungen mehrerer Staatsanwaltschaften gegen Kusch

DAPD

30.11.2008

Hamburg – Gegen den umstrittenen Sterbehelfer Roger Kusch ermitteln gleich mehrere Staatsanwaltschaften. Am Freitag und Samstag kam es im Zusammenhang mit dem neuen Selbstmord-Fall einer 97-Jährigen aus Bergisch Gladbach zu mehreren Hausdurchsuchungen, wie Kusch am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Deutsche Hospiz Stiftung warf Kusch mangelndes Unrechtsbewusstsein vor.

Bei einer Hausdurchsuchung der Wohn- und Büroräume Kuschs beschlagnahmte die Hamburger Staatsanwaltschaft am Freitag, gegen 18.00 Uhr, sämtliche Unterlagen und Datenträger, die auch Informationen zu dem für Samstag geplanten Suizid der 97-Jährigen enthielten, wie Kusch erklärte. Die Staatanwaltschaft Hamburg war am Wochenende nicht zu erreichen.

Die Behörde konnte den Tod der Frau aber nicht verhindern: Sie schied laut Kusch am Samstag „durch Suizid aus dem Leben, allerdings nicht in ihrer Wohnung in Bergisch Gladbach, sondern in einem Hotelzimmer in Mülheim/Ruhr. Dr. Kusch begleitete den Suizid.“

Am Samstag, gegen 17.00 Uhr, fand laut Kusch bei ihm eine erneute Hausdurchsuchung statt, diesmal auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Duisburg.

Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, sagte der Nachrichtenagentur AP: „Er bietet den Tod quasi auf den Gelben Seiten an.“ Die Motive Kuschs nannte er erschreckend. Kusch wolle Leiden lindern, ohne zu definieren, was das genau sei. „Er selbst ist der Maßstab“, sagte Brysch weiter. Die Politik habe es bislang nicht geschafft, diesem Treiben ein Ende zu setzen. (AP)

 

 

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