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Ermittlungen zur Ursache der Transrapid-Katastrophe

DAPD

23.09.2006

Auf einem Tieflader wird der Arbeitswagen abtransportiert, auf den die Transrapid-Schwebebahn mit hoher Geschwindigkeit zusammenstieß.  (AP Photo/Joerg Sarbach)
Auf einem Tieflader wird der Arbeitswagen abtransportiert, auf den die Transrapid-Schwebebahn mit hoher Geschwindigkeit zusammenstieß. (AP Photo/Joerg Sarbach)
Rettungsleute bergen einen Toten aus der Transrapid-Schwebebahn. (AP Photo/Frank Augstein)
Rettungsleute bergen einen Toten aus der Transrapid-Schwebebahn. (AP Photo/Frank Augstein)

Lathen - Nach der Transrapid-Katastrophe im Emsland beginnen die Ermittlungen zur Unfallursache. Die Behörden gehen von menschlichem Versagen aus. Bei dem Unglück auf der Transrapid-Teststrecke kamen am Freitag 23 Menschen ums Leben, zehn wurden verletzt. Die Bergungsarbeiten seien abgeschlossen, es gebe allenfalls noch kleinere Aufräumarbeiten, sagte eine Polizeisprecherin nach Mitternacht. Am Samstag wollte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Unglücksstelle besuchen, der deshalb seine China-Reise unterbrochen hat.

Eine mit gut 30 Menschen besetzte Magnetschwebebahn war auf der Versuchsstrecke im Emsland mit rund 180 Stundenkilometern ungebremst in einen Werkstattwagen gerast, in dem sich zwei Mitarbeiter der Anlage befanden. Sie schob sich unter die Arbeitsplattform, die auf das Dach des Zuges geschleudert wurde.

Der zerstörte Zug blieb auf dem Fahrweg stehen. Die Bergung der Opfer war deshalb schwierig, weil die Trasse in etwa vier Metern Höhe auf Betonständern verläuft. Die Feuerwehr setzte Leitern und Kräne ein, um an den Zug zu kommen.

Mit dem Werkstattwagen wird die Strecke einmal am Tag von Ästen und Dreck gereinigt. Laut Staatsanwaltschaft darf der Transrapid erst losfahren, wenn der Arbeitswagen die Strecke wieder verlassen hat. Dies melden die Mitarbeiter auf dem Werkstattzug per Telefon, wie es hieß. Völlig offen ist derzeit, warum die Fahrdienstleitung den Transrapid losschickte, obwohl sich der Arbeitswagen noch auf der Strecke befand. Der Funkverkehr zwischen Zug und Fahrdienstleitung wurde von den Ermittlern beschlagnahmt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste am Freitagabend zur Unglücksstelle und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. «Ich möchte durch meinen Anwesenheit zeigen, dass meine Gefühle bei den Menschen sind», sagte sie. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sprach von einem «tragischen und grausamen Unfall».

(AP)

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