Kultur – Ernährung: Ausstellung „Unser täglich Brot..." in Mannheim – Caroline Chen und Tobias Hofmann
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Bewusste Ernährung, aber wie? Ernährung: Ausstellung „Unser täglich Brot..." in Mannheim

Caroline Chen und Tobias Hofmann

13.02.2012

Das Brot in der Konserve: Die Ausstellung "Unser täglich Brot..." im Technoseum Mannheim ist noch bis Ende April geöffnet. Foto: Technoseum
Das Brot in der Konserve: Die Ausstellung "Unser täglich Brot..." im Technoseum Mannheim ist noch bis Ende April geöffnet.

Foto: Technoseum

Wissen wir noch was wir essen? Ganz selbstverständlich gehen wir in die Supermärkte und kaufen Nahrungsmittel aus der ganzen Welt ein, ohne uns wirklich darüber Gedanken zu machen, welche Geschichte die verschiedenen Produkte hinter sich haben. Die Ausstellung „Unser täglich Brot … Die Industrialisierung der Ernährung“ soll Bewusstsein schaffen. Nicht nur, dass die Menschheit über ihre Verhältnisse lebt. Mit der Überkonsumierung von Nahrung ist auch die Übersichtlichkeit bei den Inhaltsstoffen der Lebensmittel verloren gegangen.

„Die Menschen, auch in Deutschland, entfremden sich immer mehr von dem, was sie essen. Viele wissen nicht, wie ein bestimmtes Nahrungsmittel produziert und verarbeitet wird - oder sie können es nicht wissen, weil die Lebensmittelherstellung so komplex und unübersichtlich geworden ist", erklärt Oberkonservator und Projektleiter der Ausstellung Dr. Kai Budde.

Weniger ist mehr - unser heutiges Essverhalten

Dass wir uns alle in unserem Essverhalten und unseren Gewohnheiten zu konsumieren zurücknehmen müssen, macht eine Ausstellungtafel deutlich: Bis zum Jahr 2050 wird es nach dieser Schätzung neun Milliarden Menschen geben, die Nahrungsmittelproduktion müsste sich demnach um 70 Prozent erhöhen.

Fertigprodukte mit schädlichen Folgen

Ein schädlicher Bestandteil der Nahrung, der heute in fast allen Fertignahrungsmitteln und Würzmitteln eingesetzt wird, sind Geschmacksverstärker oder Glutamat. Diese chemischen Substanzen erzeugen ein Hungergefühl und können dadurch zu Übergewicht führen. Man kann der Problematik des Übergewichtes zwar durch Sport entgegenwirken. In Tierversuchen wurde jedoch festgestellt, dass die Tiere schwere Hirnschäden durch Glutamat erleiden.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: „Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt." Also warum gehen wir dann nicht wieder zurück zum Natürlichen und Ursprünglichen?

Nostalgie erfahren und in alten Zeiten schwelgen

Das kann man in der Ausstellung auch. Und zwar nicht nur dann, wenn man vor dem in der Ausstellung aufgebauten Tante-Emma-Laden steht. Dieser Laden, so erklärt der nette Mitarbeiter der Ausstellung, gehörte einer gewissen Frieda Saier, deren ehemaliger Arbeitsplatz in Freiburg ab- und in Mannheim für die Ausstellung wieder aufgebaut wurde. Selbst aus Freiburg kamen dafür extra Besucher angereist, die den Laden persönlich kannten. Hier hängt die Erbswurst hinter der Theke und auf ihr ein paar große Bonbongläser, falls mal wieder kein Wechselgeld parat war. Bonbons waren damals durchaus als Notfallwechselgeld im Einsatz. Eine Kasse findet man auf der Theke nicht, Preise wurde mit der Hand zusammengerechnet und die geschriebenen Zettel fein säuberlich aufbewahrt.

Die Konserve erobert die Küche

Kaum vorstellbar, was geschehen wäre, wenn ein französischer Koch namens Nicolas Appert im Jahre 1804 nicht den Gedanken gehabt hätte, Lebensmittel mithilfe von Luftverschluss und Dampfkochen haltbar zu machen. Für die Idee des Konservierens wurde ihm der französischen Ehrentitel „Wohltäter der Menschheit" verliehen. Aber das Einkochen in Gläsern ist nicht immer praktisch. War es daher Zufall, dass ungefähr zur gleichen Zeit, nämlich im Jahre 1801, in England ein gewisser Peter Duran die Blechdose erfand?

Wer kann sich heute noch vorstellen, das aus Seen herausgesägte Eis zum Kühlen für Nahrungsmittel zu benutzen und das Eis für den Sommer in einem Eiskeller zu lagern? Im Jahre 1887 lieferte der Schreiner Carl Fink den ersten Eisschrank an einen Gastwirt. Die sogenannten Eisschränke waren nur etwas für wohlhabende Haushalte. Ein Luxusprodukt also. Ebenso Gewürze und Schokolade.

Was früher eine absolute Ausnahme war, ist heute ganz normal geworden. Die Globalisierung der Nahrungsmittelversorgung bietet jedoch nicht nur Vorteile, sondern auch Gefahren. „Das Bewusstsein für Ernährungsfragen und die weltweiten ökologischen Konsequenzen der Produktionszusammenhänge in der Nahrungsmittelindustrie ist in den letzten Jahren stark gewachsen ... Die aktuelle Ausstellung versetzt Besucherinnen und Besucher durch die Diskussion von Chancen und Risiken in die Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden", erklärt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg über die Große Landesausstellung.

 

 

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