Chisinau – Tausende haben am Ostersonntag in Moldawien erneut gegen die Regierung protestiert. Etwa 3.000 Menschen versammelten sich im Zentrum von Chisinau und verlangten den Rücktritt der kommunistischen Regierung, die vor einer Woche die umstrittene Parlamentswahl gewonnen hatte. Die Demonstranten waren zumeist um die 40 Jahre alt – die Studenten, die vergangene Woche das Parlament und die Büros des Präsidenten gestürmt hatten, beteiligten sich nicht.
Das Innenministerium bestätigte unterdessen, das nach den Protesten vom Dienstag ein 23-jähriger Student ums Leben gekommen war. Einzelheiten zu dem Vorfall seien dem Ministerium nicht bekannt, erklärte Sprecherin Ala Meleca. Die Familie des Studenten hatte am Freitag erklärt, dass der 23-Jährige nach schweren Misshandlungen im Polizeigewahrsam gestorben sei.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International protestierte am Samstag gegen die Festnahmen von Regierungsgegnern. Es gebe Berichte, dass junge Leute auf offener Straße, in Bussen oder sogar im Unterricht von Beamten in Zivil abgeführt worden seien, sagte Ewgheni Goloskeapow, der die moldawische Sektion von Amnesty leitet.
Die Opposition hat der Regierung nach der Parlamentswahl vom vergangenen Wochenende Wahlbetrug vorgeworfen. Bei teils gewaltsamen Protesten wurden nach offiziellen Angaben mehr als 90 Menschen verletzt und 200 festgenommen. (AP)
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