Aktuelle Nachrichten – Umwelt
28.10.2008
Windhuk – Die erste legale Elfenbein-Auktion seit fast einem Jahrzehnt hat Namibia 1,3 Millionen Dollar (rund eine Million Euro) eingebracht. In der Hauptstadt Windhuk wurden am Dienstag Stoßzähne mit einem Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen versteigert – zu einem Durchschnittspreis von 164 Dollar pro Kilogramm. Die Käufer kamen aus Japan und China. Nur Händler aus diesen beiden Staaten waren als Bieter zugelassen. Der Erlös soll dem Schutz von Elefanten zugute kommen.
Überwacht wurde die Auktion vom Ständigen Ausschuss des Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES), vertreten durch seinen Generalsekretär Willem Wijnstekers. Dieser trat Bedenken von Tierschützern entgegen, der Verkauf des Elfenbeins fördere die Wilderei. Dafür gebe es keinen wissenschaftlichen Beweis, sagte Wijnstekers. Die versteigerten Stoßzähne stammten überwiegend von Elefanten, die eines natürlichen Todes gestorben waren.
Die Auktion in Namibia, die hinter verschlossenen Türen stattfand, war die erste im südlichen Afrika, drei weitere sollen folgen. Die CITES hat dafür eine einmalige Ausnahmegenehmigung erteilt. Der Handel mit Elfenbein ist seit 1989 offiziell verboten.
In Botsuana sollen am Freitag 44 Tonnen Stoßzähne versteigert werden. Weitere Auktionen folgen im kommenden Monat in Südafrika und Simbabwe. In den folgenden neun Jahren dürfen die vier Staaten dann allerdings kein Elfenbein mehr verkaufen.
Namibia hatte ursprünglich gehofft, neun Tonnen Elfenbein versteigern zu können. Die nicht veräußerten Stoßzähne sollen nun zur Herstellung traditioneller Schmuckstücke verwendet werden. (AP)