Prag – Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao und die Führungsspitze der EU sind zu ihrem ersten Gipfeltreffen seit den Unruhen in Tibet vor einem Jahr zusammengekommen. Wen wurde am Mittwochnachmittag in Prag vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus empfangen, dessen Land gegenwärtig die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat. Die EU-Kommission war durch ihren Präsidenten José Manuel Barroso und weitere Kommissare vertreten.
Der letzte EU-China-Gipfel fand am 28. November 2007 statt. Den ursprünglich für Dezember 2008 vorgesehenen Folgetermin sagte China ab, weil der damalige EU-Ratspräsident und französische Staatschef Nicolas Sarkozy trotz scharfer Kritik aus Peking den Dalai Lama treffen wollte. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter wird von der chinesischen Regierung als Staatsfeind betrachtet.
Auf dem Gipfel am Mittwoch droht neuer Streit, dieses Mal über Birma. Wegen des umstrittenen Prozesses gegen die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi will die EU China dazu bewegen, Druck auf die Militärjunta in Rangun auszuüben. (AP)
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