Aktuelle Nachrichten – Innovation
12.09.2011
Foto: Jens Koe hler/dapd
Lubmin – Etwa 17 Monate nach dem Baustart der deutsch-russischen Ostseepipeline im Seegebiet vor Schweden hat das erste sibirische Erdgas die 1.224 Kilometer lange Trasse passiert. Das Gas sei am Samstag am deutschen Anlandepunkt in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen, sagte der Sprecher des Betreiberkonsortiums Nord Stream, Steffen Ebert, am Sonntag in Berlin.
Am Dienstag hatte der russische Regierungschef Wladimir Putin am Startpunkt der Leitung in Portowaja bei Wyborg (Russland) den Gashahn aufdrehen lassen. Das zunächst als technisches Gemisch verwendete Gas habe inzwischen den zuvor in die Leitung gefüllten Stickstoff verdrängt, sagte Ebert.
"Wir haben am Wochenende in Lubmin sämtliche Ventile geschlossen, damit sich nun der erforderliche Druck für die kontinuierliche Gaslieferung von 70 bis 75 Bar aufbauen kann", fügte der Sprecher hinzu. Das werde etwa einen Monat dauern, so dass ab Mitte Oktober das erste verwertbare Erdgas über die Anschlussleitung OPAL (Ostseepipeline-Anbindungsleitung) zu den Kunden strömen kann.
Zur offiziellen Einweihung des Milliardenprojekts werden im November Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Dmitri Medwedew zu einem Festakt in Lubmin erwartet. Jährlich werden dann etwa 27,5 Milliarden Erdgas über die Ostseepipeline nach Europa fließen.
Unterdessen gehen auch die Bauarbeiten für die zweite Trassenleitung zügig voran. Inzwischen seien bereits 663 Kilometer des Zwillingsstrangs von Spezialschiffen auf dem Meeresboden verlegt worden, sagte Ebert. Damit sei er zu 54 Prozent fertiggestellt.
Diese Leitung soll voraussichtlich Ende 2012 in Betrieb gehen und dann auch an die noch im Bau befindliche Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) angeschlossen werden. Im Endausbau wird pro Jahr Erdgas in einer Menge nach Deutschland geliefert, die für die Versorgung von 26 Millionen Haushalten ausreicht.
Das privat finanzierte Projekt kostet nach Angaben von Nord Stream rund 7,4 Milliarden Euro. Zu dem Gemeinschaftsvorhaben hatten sich fünf große Energieunternehmen zusammengeschlossen.
Neben dem russischen Gasprom-Konzern, mit 51 Prozent größter Anteilseigner, gehören auch die BASF/Wintershall Holding GmbH und E.ON Ruhrgas (jeweils 15,5 Prozent) sowie die niederländische Gasunie und der französische Versorger GDF SUEZ (je neun Prozent) dem Verbund an. Den Plänen zufolge soll mindestens 5 Jahre lang russisches Erdgas über die Ostseepipeline nach Deutschland fließen. (dapd)
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