Unternehmen – Erstmals seit 1986 weniger Jahresumsatz – Jessica Mintz
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Microsoft unter Druck Erstmals seit 1986 weniger Jahresumsatz

Jessica Mintz

24.07.2009

Microsoft CEO Steve Ballmer bei der Präsentation einer neuen Windows Version in Atlanta. Seinem Windows-Vista war kein durchschlagender Erfolg beschert worden. (AP Photo/Microsoft, Erik S. Lesser)
Microsoft CEO Steve Ballmer bei der Präsentation einer neuen Windows Version in Atlanta. Seinem Windows-Vista war kein durchschlagender Erfolg beschert worden. (AP Photo/Microsoft, Erik S. Lesser)

Seattle – Der Software-Gigant Microsoft hat erstmals seit seinem Börsengang im Jahr 1986 einen Rückgang beim Jahresumsatz hinnehmen müssen. Der Umsatz sank um 3 Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um 17 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar oder 1,62 Dollar je Aktie zurück. Finanzvorstand Chris Liddell erwartet erst für Anfang 2010 eine Erholung der Geschäfte. Bereits im Januar hat der Konzern deswegen den Abbau von 5.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Im vierten Geschäftsquartal von April bis Juni fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Börse weit verfehlt – die Analysten hatten 14,4 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Der Gewinn brach um 29 Prozent auf 3,05 Milliarden Dollar ein; im entsprechenden Vorjahresquartal hatte Microsoft noch 4,3 Milliarden Dollar eingenommen. Der Rückgang konnte noch abgefedert werden, weil der Konzern bei den Betriebskosten nahezu 1 Milliarde Dollar eingespart hat.

Positiv sei, dass jetzt der Tiefpunkt der Entwicklung in Sichtweite sei, sagte Liddell. Dies sei in den vergangenen Quartalen noch nicht der Fall gewesen. Mindestens bis Dezember werde die Geschäftsentwicklung schwierig bleiben, ehe sich die Lage in der ersten Hälfte 2010 aufhellen werde.

Hoffen auf Windows 7

Der Hersteller des Betriebssystems Windows und des Büroanwendungspakets Office leidet darunter, dass seine Firmenkunden in der Rezession ihre Budgets für IT-Investitionen zusammengestrichen haben. Auch soll der PC-Absatz in diesem Jahr erstmals seit 2001 zurückgehen. Viele Käufer nutzen ihre Geräte länger als üblich, um in der Rezession Geld zu sparen. Zudem sind im derzeit heißesten Marktsegment, den sogenannten Netbooks, die Gewinnspannen kleiner: Die Geräte laufen mit dem älteren Windows XP, einem weniger einträglichen Produkt als die derzeit noch aktuelle Betriebssystemversion Windows Vista.

Microsoft hofft darauf, dass die für Ende Oktober angekündigte neue Windows-Version 7 als Nachfolger von Vista den Markt beleben wird, hat aber schon 276 Millionen Dollar vom aktuellen Windows-Umsatz abgeschrieben, da aktuelle Käufer von Windows Vista ein kostenloses Upgrade auf Windows 7 versprochen bekommen haben. Die nächste Office-Version soll im ersten Halbjahr 2010 erscheinen.

Die Börse reagierte ungehalten auf die Microsoft-Zahlen. Der Kurs fiel nach Handelsschluss am Donnerstag um zwei Dollar oder 7,8 Prozent auf 23,56 Dollar. (AP)

 

 

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