Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
10.08.2010
Washington (apn) Vor der Zinsentscheidung am Dienstagabend spekulieren Marktteilnehmer über neue Maßnahmen der amerikanischen Notenbank zur Unterstützung der schwächelnden Wirtschaft. Nach den enttäuschenden Konjunkturdaten der vergangenen Wochen rechnen Ökonomen zwar nicht mit einer Zinsänderung, wohl aber mit einem anderen Wortlaut beim Kommentar. Die Wall Street ging am Montag mit Gewinnen aus dem Handel.
„Es gab eine gewisse Erwartungshaltung, dass die Fed zusätzliche Liquidität in den Markt pumpen wird, beispielsweise mit dem Kauf von Anleihen,“ sagte Craig Peckham, Marktstratege bei Jefferies & Co. Für eine Zinsanhebung sei es aber ein wenig zu früh: „Wir rechnen nicht mit einer tiefgreifenden Änderung der Geldpolitik.“ Gerüchte über ein mögliches Eingreifen der Fed wurden vor allem durch die zuletzt schlechten Arbeitsmarktdaten genährt. Die Arbeitslosenquote verharrte im Juli den dritten Monat in Folge bei 9,5 Prozent.
Ökonomen der Federal Reserve Bank in San Francisco warnten erst am Montag vor einem Rückfall der Volkswirtschaft in eine Rezession innerhalb der kommenden zwei Jahre. Dieses Szenario sei sehr wahrscheinlich, werde aber wohl nicht in den nächsten Monaten eintreffen.
Um die Konjunktur anzukurbeln, gibt es laut Experten zwei Möglichkeiten für die Fed: Sie könnte signalisieren, dass sie die kurzfristigen Zinsen auf Rekordtief belassen wird und so die Kreditvergabe anheizen. Zum anderen könnte sie die Erlöse aus den Investitionen in Hypothekenanleihen nutzen, um in geringem Umfang die Staatsverschuldung zu senken und so die Langfristzinsen niedrig halten. Die Aussicht auf billiges Geld über einen längeren Zeitraum könnte die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erhöhen.
Kritiker wenden jedoch ein, dass die Zinsen bereits auf historischen Tiefstständen seien. Das habe in der Vergangenheit nicht zu mehr Investitionen geführt. „Die Fed könnte solche geldpolitischen Schritte erwägen, wird aber meiner Meinung nach zu nicht viel mehr bereit sein,“ sagte James O'Sullivan, Chefökonom bei MF Global.
Mit einem drastischeren Schritt wie einer Neuauflage des Staatsanleihenaufkaufprogramms rechnen die meisten Experten nicht. Die Fed würde damit einen Ausverkauf an der Wall Street riskieren, weil sich um den Gesundheitszustand der Wirtschaft besorgte Investoren vom Markt zurückziehen könnten. (AP)
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