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18.02.2012
Foto: Steffi Loos/dapd
Berlin/Rom – Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki trägt jetzt den Titel Kardinal. Papst Benedikt XVI. erhob ihn am Samstag in Rom bei einem feierlichen Konsistorium gemeinsam mit 21 weiteren kirchlichen Würdenträgern in den Kardinalsstand. Damit ist der 55-jährige Woelki jetzt der jüngste Kardinal.
Woelki betrachtet seine Erhebung so kurz nach seinem Amtsantritt in Berlin auch als eine große Ehre für das Erzbistum Berlin und die katholische Kirche in Deutschland sowie für jene Katholiken, die in der DDR ihren Glauben bekannt haben. Neben Woelki empfing auch der deutsche Theologe Karl Josef Becker die Kardinalswürde. Die Feierlichkeiten in Rom mit Audienzen und Gottesdiensten dauern noch bis Montag an.
Das Oberhaupt der katholischen Kirche sagte, dass die neuen Kardinäle mit dem Dienst der Liebe zu Gott und der Kirche sowie der absoluten und bedingungslosen Liebe zu den Brüdern und Schwestern beauftragt seien. Bei der sogenannten Kardinalskreierung erhielten die neuen Würdenträger vom Papst den roten Kardinalshut (Birett) und einen Kardinalsring.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, nannte die Erhebung von Woelki in den "Senat des Papstes" ein wichtiges Zeichen weit über optische Äußerlichkeiten hinaus für das Erzbistum Berlin und die Hauptstadt. Die Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) bei der Zeremonie unterstreiche den Respekt des Berliner Senats vor allem für die Person von Erzbischof Woelki, sagt Zollitsch in Rom auf einem Empfang des deutschen Botschafters beim Heiligen Stuhl laut vorab verbreitetem Redemanuskript. "Wir freuen uns über Ihre Wertschätzung für die Arbeit der katholischen Kirche", fügte Zollitsch hinzu.
Der Kardinalstitel wird auf Lebzeiten verliehen. Kardinäle gelten als wichtigsten Berater des Papstes und wählen nach dessen Tod den Nachfolger. Wahlberechtigt sind allerdings nur Kardinäle, die nicht älter als 80 Jahre sind.
Begleitet nach Rom wurde der Berliner Erzbischof von seiner sogenannten Kardinalsfamilie, zu der unter anderen seine Eltern, Mitarbeiter, Vertreter anderer Religionen und Landespolitiker gehören. Darunter waren neben Wowereit die brandenburgische Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) sowie Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge.
Wowereit hatte bereits vor der Zeremonie die Zusammenarbeit mit Woelki gelobt. In einer sich wandelnden Gesellschaft dürfe die katholische Kirche einem kritischen Dialog nicht ausweichen, und er begrüße es sehr, dass "Erzbischof Woelki bereits in seiner kurzen Amtszeit offen für diesen Dialog war", sagte er. Kulturministerin Kunst hob hervor, dass Brandenburg "sehr verlässlich" mit der katholischen Kirche kooperiert. Als Beispiele nannte sie das gute Angebot an katholischen Kindergärten. Nach Ansicht von Landesjustizministerin Kuder unterstreicht die Ernennung nicht nur die Bedeutung des Erzbistums Berlin als Hauptstadtbistum, sondern stärkt auch die Stellung der Katholiken in der "Diasporasituation" in Mecklenburg-Vorpommern.
Im Erzbistum Berlin leben etwa 390.000 Katholiken. Es umfasst neben Berlin auch große Teile Brandenburgs sowie den Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Woelki war vor knapp einem halben Jahr Erzbischof geworden. (dapd)
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