Aktuelle Nachrichten – Artenvielfalt
21.02.2013
Foto: Heike Soleinsky
Ein Hund muss erzogen werden. Mit dem Buch „Der Gassi-Coach" sollen Hunde zu wohlerzogenen Begleitern werden, selbst wenn man wenig Zeit für die Hundeerziehung hat. Ganz nebenbei, beim täglichen Spaziergang. In sechs Wochen, so heißt es, sei eine Grunderziehung für Hunde aller Rassen und jeden Alters möglich.
„Lady, das ist deine Chance." Lady ist die 11 Jahre alte West-Highland-Terrier-Hündin meiner Nachbarin. Die Nachbarin, Frau B., hat nicht mehr genug Puste für ausgiebige Spaziergänge, die jeder Hund braucht. Ich bin Katzenhalterin, die Hunde und Spaziergänge mag. Also nehme ich die Lady manchmal auf einen Spaziergang mit. - Mittlerweile aber nur, wenn ich viel Zeit habe, es draußen nicht kalt ist und ich meinen eigenen Bewegungsdrang nicht schon anderweitig ausagiert habe. Warum? Diese Hündin trödelt. Den gesamten Hinweg hat die Hundedame ihre Nase auf dem Boden. Ob ich nun „Lady, komm!", rufe oder nicht, beeindruckt sie nicht. Die Hündin ist beschäftigt. Mache ich den Fehler und gehe mit Lady eine Runde, dann kann ich die ganze Strecke mit ihr „spazieren-stehen".
Hundeerziehung mit Erfolgsgarantie
„Dieses Buch stellt Ihnen Erziehungsrezepte vor, mit denen Sie alle Probleme lösen können", behaupten die Autoren Dr. Katrin Hagmann und Helge Sieger auf Seite vier des Buchs „Der Gassi-Coach". Wir fangen mit der „Erziehung vom Hund beim Spazierengehen" an.
Erste Woche
Die Hunde sollen zunächst auf ein Lobwort eingestimmt werden und das geht so: Lobwort sagen und Leckerbissen geben. Zehnmal wiederholen, Pause und noch mal von vorn. Die Hündin hat einen Ausdruck in den Augen, als sei sie trunken vor Glück. Diese Erziehung schmeckt ihr. Sie hat plötzlich nichts mehr zu schnuppern, sondern klebt förmlich an meinen Beinen. Zudem macht Lady andauernd Männchen und weil Hunde ja nicht lange auf zwei Beinen stehen können, stützt die sie sich dann mit ihren Vorderpfoten an meinen Oberschenkeln ab, was mir entsprechende Spuren an Mantel und Hose beschert. „Geh ab!", sage ich dann jedes Mal und drehe mich weg. Aber die Hündin versteht es noch nicht und sie ist viel zu aufgeregt. Sie sagt mit ihrer ganzen Ausdruckskraft: „Gib her die Leckerlis, ich tue alles dafür!" Das kann sie machen, die Erziehung zu einem folgsamen Hund sieht in dieser Woche ja noch mehr vor: Die Hündin soll sich auf ein Signal hin zu mir umwenden und mich anschauen; das ist die Aufmerksamkeitsübung. Und sie soll auf ein Signal zu mir hinlaufen, das ist die Rückrufübung.
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wer erzieht hier wen?
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