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EHEC ungelöst EU-Gesundheitskommissar mahnt Deutschland zu Zusammenarbeit bei EHEC

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08.06.2011

Berlin – Im Kampf gegen die Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Darmbakterium EHEC fordert EU-Gesundheitskommissar John Dalli die deutschen Behörden zu einer engen Zusammenarbeit mit ausländischen Experten auf. "Wir müssen auf die Erfahrung und die Expertise in ganz Europa und sogar außerhalb Europas setzen", sagte Dalli der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht.

Das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie forderte einen Regierungskoordinator zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionsgefahren und für das Krisenmanagement beim Auftreten gefährlicher Erreger. Ein Beauftragter der Bundesregierung solle die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien für Gesundheit, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verbessern, sagte der Seuchenbiologe und Direktor des Instituts, Stefan Kaufmann, dem Blatt.

"Global betrachtet, fördert die Armut die Entstehung und Ausbreitung von Seuchen. Also müssen auch das Entwicklungshilfeministerium und das Auswärtige Amt mit eingebunden werden. Und natürlich auch das Forschungsministerium", fügte Kaufmann hinzu. Derzeit meldeten sich die einzelnen Minister mit den Leitern ihrer nachgeordneten Behörden zu Wort. So entstehe der Eindruck, als hechele die Politik den Ereignissen hinter. "Erst Gurken, dann Sprossen. Das verunsichert die Menschen unnötig", sagte Kaufmann.

Singhammer fordert nationale Hilfen für Gemüsebauern

Der Einzelhandel beklagte einen Umsatzrückgang. "Wir haben Umsatzeinbrüche von 30 bis 40 Prozent bei Obst und Gemüse. Auch bei anderen Lebensmitteln gehen die Umsätze deutlich zurück", sagte der Sprecher des Handelsverbands HDE, Kai Falk, der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe).

Unions-Bundestagsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) forderte nationale Hilfen für die Gemüsebauern zusätzlich zur Unterstützung der EU. "Wir müssen eine nationale Entschädigungsregelung für die Bauern vereinbaren", sagte Singhammer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. "Selbstverständlich tragen auch Gemüsebauern ein gewisses Geschäftsrisiko, aber dieser EHEC-Ausbruch war nicht vorhersehbar."

Die EU-Kommission hatte am Dienstag auf einem Dringlichkeitstreffen der Landwirtschaftsminister zunächst 150 Millionen Euro angeboten, mit denen 30 Prozent der Einbußen erstattet werden sollten. Es ist jedoch bereits von Nachbesserungen die Rede. In Berlin wollten am Mittwoch die Gesundheits- und Verbraucherschutzminister des Bundes und der Länder über die vom EHEC-Bakterium ausgelöste Durchfallerkrankung beraten.

(dapd)

 

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