Aktuelle Nachrichten – Europa
19.12.2006
Brüssel – Ein Grenzwert für die Verunreinigung von Bio-Produkten durch genetisch veränderte Pflanzen ist auf EU-Ebene offenbar nicht durchzusetzen: Die EU-Landwirtschaftsminister verständigten sich am Dienstag auf Grundlinien einer neuen Ökolandbau-Verordnung, die keinen festen Grenzwert vorsehen. Vereinbart wurde lediglich, dass die Verunreinigung „möglichst gering“ gehalten werden sollte, wie aus Diplomatenkreisen verlautete.
Gegen eine eindeutige Obergrenze hatte sich unter anderem EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel ausgesprochen. Ein Grenzwert wäre eine erhebliche Belastung für Öko-Bauern, sagte Fischer Boel den Agrarministern. Bio-Bauern müssten erhebliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um ihre Pflanzen vollständig vor einer Mischung mit gentechnisch veränderten Feldfrüchten zu schützen, argumentierte die EU-Kommissarin. Zudem wäre es sehr aufwändig, die Einhaltung eines Grenzwerts zu kontrollieren.
Bei den Beratungen geht es um eine Überarbeitung der EU-Verordnung für den Ökolandbau. Deutschland und einige andere Mitgliedstaaten hatten sich dafür ausgesprochen, bei dieser Gelegenheit Grenzwerte für die Verunreinigung durch genetisch veränderte Organismen festzulegen.
Nach den Beratungen der Minister ist nun das EU-Parlament am Zug. Sollte es sich für strengere Vorschriften aussprechen, so könnte dies auch die Verhandlungen im Rat beeinflussen.
(AP)
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