Lebensmittel - Aktuelle Nachrichten – EU-Kommission will Importverbot für Babynahrung aus China ausweiten – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Lebensmittel

Melamin-Skandal EU-Kommission will Importverbot für Babynahrung aus China ausweiten

DAPD

03.12.2008

Eltern und Kinder warten auf Untersuchungen und medizinische Hilfe nach dem Melamin-Skandal. Hier im Kinderkrankenhaus in Chengdu, Provinz Sichuan. (AP Photo/Color China Photo, File)
Eltern und Kinder warten auf Untersuchungen und medizinische Hilfe nach dem Melamin-Skandal. Hier im Kinderkrankenhaus in Chengdu, Provinz Sichuan. (AP Photo/Color China Photo, File)

Brüssel – Wegen des Melamin-Skandals will die EU-Kommission das Importverbot für Babynahrung aus China ausweiten. Die Chemikalie sei jetzt auch in Soja-Mehl in erhöhter Dosis festgestellt worden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Das zunächst auf Milchprodukte für Kinder beschränkte Importverbot werde deshalb auf Soja-haltige Babynahrung ausgeweitet. Alle anderen Lebensmittel, die Soja enthalten, müssten künftig von den Behörden getestet werden, ehe sie auf den europäischen Markt kommen.

Auch Hirschhornsalz und Backpulver aus China soll künftig getestet werden, nachdem unter anderem in Deutschland Melamin-verseuchte Päckchen aus China entdeckt worden waren. Die neuen Regeln treten voraussichtlich nächste Woche in Kraft.

In der chinesischen Lebensmittelbranche wird die Chemikalie mit dem Namen „Proteinkonzentrat" (auf Chinesisch: Danbai Jing) bezeichnet und wird weit und breit in proteinhaltige Lebensmittel eingemischt. Das ist bereits seit Jahren ein offenes Geheimnis im Lebensmittelsektor in China. Das Unternehmen „Jiansu Xuzhou - Gesellschaft für Biotechnologieentwicklung" exportierte sein neues Tierfutter mit Reisprotein in große Mengen, wobei das Unternehmen mit der „weltweit fortschrittlichsten Methode zur Erhöhung des Proteinanteils" warb. Rund 4.000 Tiere wie Hunde und Katzen in den USA, welche mit diesem Tierfutter gefüttert wurden, starben. Es wurde festgestellt, dass dieses Tierfutter mit Melamin vergiftet war.

Die Zahl der Opfer des chinesischen Baby-Milch Skandals liegt deutlich höher als bislang angenommen. Das Gesundheitsministerium in Peking teilte am Montagabend mit, die Kontamination des Milchpulvers mit der Chemikalie Melamin sei offenbar für den Tod von sechs Babys und die Erkrankung von 294.000 Säuglingen verantwortlich. Die meisten Kinder litten nach dem Verzehr der vergifteten Milch an Nierensteinen. (ap/rls)

 

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