Brüssel (apn) Die EU-Mitgliedsstaaten sollen künftig frei über die Zulassung von Genkartoffeln oder Genmais auf ihren Äckern entscheiden. Gesundheitskommissar John Dalli stellte am Dienstag den Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz vor. Geht es nach dem Kommissar, können EU-Mitglieder bald ohne weitere Begründung den Anbau genmanipulierter Pflanzen verbieten. Bislang war dies nur mit stichhaltigen wissenschaftlichen Begründungen möglich.
Die Zulassung von veränderten Pflanzen soll dagegen nicht mehr blockiert werden können. Diese Entscheidung werde dem Europäischen Institut für Lebensmittelsicherheit überantwortet bleiben, sagte Dalli.
Die bisherige Erfahrung mit genveränderten Organismen habe gezeigt, dass die Mitgliedstaaten mehr Flexibilität benötigten, um die Koexistenz mit Pflanzen aus konventionellem und ökologischem Anbau regeln zu können, sagte Dalli. Was die Entscheidungsfreiheit bringen kann, ist unklar: Für genfreundliche Staaten könnte es zu einem Aufschwung der manipulierten Pflanzen führen, die in Europa bislang ein Schattendasein fristen. In kritischen Staaten könnten die Genmaiskolben gänzlich verschwinden. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Stichwort: Genkartoffel Amflora
(02.03.2010)
EU-Kommission genehmigt umstrittene Gen-Kartoffel
(02.03.2010)
Zwei Drittel der Frauen gegen Gentechnik im Essen
(23.09.2009)
Möglicherweise Gentech-Leinsamen in der Schweiz
(21.09.2009)
Gen-Leinsamen in fast allen Bundesländern
(16.09.2009)