Aktuelle Nachrichten – Europa
13.07.2011
Foto: Sonja Flesch-Reiss / Epoch Times Deutschland
Brüssel - Jeder vierte europäische Haushalt bezieht seinen Internet-, Telefon- und Fernsehanschluss als Komplettpaket aus einer Hand, dies geht aus einer neuen Eurobarometer-Umfrage hervor. Weiter ergab die Umfrage, dass 65 Prozent der Mobilfunknutzer ihre Anrufe aus Kostengründen beschränken und dass Anrufe über das Internet immer beliebter werden. Die Umfrage zur elektronischen Kommunikation in Privathaushalten wurde vom 9. Februar bis 8. März 2011 durchgeführt. Befragt wurden 27 000 Haushalte, die eine repräsentative Stichprobe der EU-Bevölkerung darstellen.
Ein Viertel der Umfrageteilnehmer ist der Ansicht, dass ihre Download/Upload- Geschwindigkeit im Internet nicht den Bedingungen des Vertrags entspricht, den sie abgeschlossen haben. Jeder Dritte gab an, bereits einen Abbruch seiner Internetverbindung erlebt zu haben. Nach den seit 25. Mai 2011 geltenden EU-Vorschriften müssen Diensteanbieter ihre Kunden vollständig und genau über die Mindestqualität der Internetdienste, die tatsächlich erreichten Geschwindigkeiten und deren mögliche Beschränkungen informieren. Die Kommission untersucht deshalb gegenwärtig die Breitbandgeschwindigkeiten und andere Fragen der Transparenz und der Dienstqualität.
Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte hierzu: „Die Verbraucher sagen uns laut und deutlich, dass sie die Internetgeschwindigkeiten und die Dienstqualität, die ihnen versprochen wurden, nicht bekommen. Die nationalen Behörden müssen daher geeignete Maßnahmen treffen, damit die Anbieter den neuen EU-Vorschriften nachkommen, die sie zur Transparenz in Bezug auf Geschwindigkeit und Dienstqualität verpflichten. Sollte das nicht ausreichen, so werde ich nicht zögern, weitere Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise in Form von verbindlicheren Vorgaben oder sogar Rechtsvorschriften, falls notwendig."
Wie außerdem aus der Umfrage hervorgeht, haben die EU-Bürger Datenschutzbedenken. So gaben 88 Prozent der Befragten an, dass sie informiert werden möchten, wenn ihre vom Telekom-Betreiber erfassten personenbezogenen Daten verloren gehen, gestohlen werden oder anderweitig verändert werden. Nach den sein 25. Mai 2011 geltenden EU-Vorschriften müssen die Telekommunikationsbetreiber und Internet-Diensteanbieter robuste Sicherheitsmaßnahmen treffen, um die Namen, E-Mail-Adressen und Bankverbindungen ihrer Kunden zu schützen, ebenso wie alle Daten zu ihren Telefonanrufen und Internetbesuchen. Außerdem müssen die Betreiber bei einer Verletzung des Datenschutzes oder bei Verlust oder Diebstahl personenbezogener Daten die Datenschutzbehörden und ihre Kunden unverzüglich informieren.
Weiter ergab die Umfrage:
Angebotspakete - gebündelte Telekommunikationsdienste
Anbieterwechsel
Solche Wechselhindernisse sind z. B. der vorübergehende Ausfall des Dienstes, das Risiko, während der Umstellung an mehrere Anbieter zahlen zu müssen, und mangelnde Klarheit über die für einen Wechsel notwendigen Schritte.
Probleme mit der Dienstqualität
Neben den Problemen mit Internetgeschwindigkeiten und Verbindungsausfällen berichtet jeder vierte Befragte auch über Schwierigkeiten beim Verbindungsaufbau in Mobilfunknetzen und über Verbindungsabbrüche während eines Mobilfunkgesprächs.
Erschwinglichkeit der Handy- und Smartphone-Nutzung
Ausschließlich mobil
27 Prozent der Haushalte haben nur per Mobiltelefon Zugang zum öffentlichen Telefonnetz - dieser Anteil hat seit der letzten Umfrage in 17 Mitgliedstaaten zugenommen und beträgt in fünf Ländern über 50 Prozent der Haushalte (Finnland, Lettland, Litauen, Slowakei und Tschechische Republik).
Was tut die Kommission?
Die Kommission hat das Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) gebeten, eine umfassende Untersuchung in Bezug auf Hindernisse beim Anbieterwechsel, das Sperren oder Drosseln des Internet-Datenverkehrs (z. B. bei VoIP-Diensten), Transparenz und Dienstqualität durchzuführen. Sie wird die im Zuge der GEREK-Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse Ende 2011 veröffentlichen und dabei auch auf mögliche Fälle von Sperrung oder Drosselung bestimmter Arten des Datenverkehrs eingehen. Sollten diese Ergebnisse und weitere Rückmeldungen auf ungelöste Probleme hinweisen, wird die Kommission die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen prüfen.
Darüber hinaus führt die Kommission eine Untersuchung zum Vergleich der beworbenen und tatsächlichen Geschwindigkeiten durch. Entsprechende Daten werden Ende 2011 vorliegen. (sfr / EU-Kommision)
Weitere Informationen: Die vollständige EU-Umfrage Eurobarometer zur öffentlichen Meinung innerhalb der EU
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