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Raumfahrtprojekte Europa beschließt Milliardeninvestitionen in die Raumfahrt

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26.11.2008

Milliardeninvestition für die europäische Raumfahrt.
Milliardeninvestition für die europäische Raumfahrt.

Den Haag/Köln – Trotz weltweiter Finanzkrise und Rezessionsängsten steckt Europa in den nächsten Jahren gut zehn Milliarden Euro in ehrgeizige Raumfahrtprojekte. Die Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA beschloss am Mittwoch, die Ariane 5 im hart umkämpften Markt der kommerziellen Trägerraketen weiterzuentwickeln und ein Satellitensystem zur Klimaüberwachung ins All zu bringen. Eine geplante Mars-Mission wurde jedoch abgespeckt und um drei Jahre auf 2016 verschoben.

Deutschland beteiligt sich nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, DLR, mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro und bleibt damit die größte Raumfahrtnation der ESA. DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner sagte mit Blick auf die schwierige wirtschaftliche Situation, Investitionen in Zukunftstechnologien seien „ein gutes Konjunkturprogramm“. Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze sprach in Den Haag von einem bedeutenden Beitrag, damit Europa seine wirtschaftliche Stärke wiedererlange.

Eigener Zugang zum All dreifach gesichert

Europa verfügt dem DLR zufolge künftig mit drei Trägern über einen eigenständigen Zugang zum All. Die Nutzlastkapazität der Ariane 5 soll um 1,5 Tonnen gesteigert werden, um Doppelstarts von Satelliten zu gewährleisten. Zudem soll eine wiederzündbare Oberstufe aus Deutschland das System flexibler machen. Zweiter Zugang zum All sind die Starts russischer Sojus-Raketen von Kourou in Französisch-Guayana aus. Zudem soll ab 2009 die kleine Trägerrakete Vega für Lasten bis 1,5 Tonnen zum Einsatz kommen.

Die dritte Generation des Satellitensystems Meteosat soll laut DLR von 2009 bis 2020 verwirklicht werden. Deutschland ist mit 34 Prozent oder 292 Millionen Euro beteiligt und zieht erstmals mit Frankreich gleich. Zudem soll ein Daten-Relais-System in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht werden, mit dessen Hilfe rascher Entscheidungen zur Umwelt- und Sicherheitslage gefällt werden können.

Für die Internationale Raumstation ISS bringt Deutschland bis 2012 insgesamt 562 Millionen Euro auf, worin auch die Forschung im Columbus-Labor sowie die Starts und der Betrieb der ATV enthalten sind. Dieser in diesem Jahr erstmals erfolgreich eingesetzte Ein-Weg-Raumtransporter soll weiterentwickelt werden. Eine Studie soll klären, wie das ATV sicher zur Erde zurückkehren kann.

Das ESA-Wissenschaftsprogramm wird um 350 Millionen Euro oder 3,5 Prozent jährlich aufgestockt.

Mars wird angebohrt

Europa nimmt nach den Beschlüssen der ESA-Ministerratskonferenz erst 2016 Kurs auf den Roten Planeten. Die ExoMars-Mission soll nur noch eine Milliarde Euro kosten, doch ist die Finanzierung bislang lediglich bis 850 Millionen Euro gesichert. Bis Ende nächsten Jahres soll das Projekt endgültig stehen.

ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain sagte, er werde mit den USA und Russland über eine Beteiligung an der Mission verhandeln, bei der ein mit einem Labor ausgerüstetes Fahrzeug auf dem Mars nach Spuren von Leben suchen soll. Mit einem Bohrer soll die Oberfläche des Planeten zwei Meter tief untersucht werden. „Wir sind ziemlich sicher, dass, wenn es Lebensformen gibt, diese nicht auf der Oberfläche sind, sondern darunter“, erklärte Professor Ralf Jaumann von der FU Berlin.

„Großer Erfolg für Deutschland“

DLR-Chef Wörner bezeichnete die Beschlüsse der ESA-Konferenz als „großen Erfolg für Deutschland“ und verwies auf die für Deutschland zentralen Themen Klimaforschung sowie die Oberstufe der Ariane 5. Auch die Weiterentwicklung des ATV auf eine mögliche bemannte Mission hin sei ein guter Schritt und vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, sagte Wörner der Nachrichtenagentur AP. (AP)

 

 

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