Foto: Frank Boxler/AP/dapd
Berlin – Trauer um den früheren Bundesligaspieler und -trainer Willi Entenmann: Der 68-Jährige starb nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag in einem Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen. Entenmann hatte beim Langlaufen in Österreich plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen. Mit dem Helikopter wurde er in die Klinik nach Deutschland geflogen. Dort konnten ihm die Ärzte nicht mehr helfen.
Der Name Entenmann wird vor allem mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht. Der Abwehrspieler war in fast 600 Begegnungen als Spieler oder Trainer bei den Schwaben aktiv. 1963 wechselte er vom TSV Benningen am Neckar zum VfB, wo auch sein Bruder Rudi spielte.
Entenmann brachte es beim VfB auf 237 Bundesliga- sowie acht Zweitligaspiele. 1976 wechselte er zur TSG Backnang, wo er zwei Jahre später auch seine Spielerkarriere beendete. Eine Karriere in der Nationalmannschaft war ihm versagt geblieben. 1970 war Entenmann dicht dran an einer Nominierung für Weltmeisterschaft in Mexiko. Doch Bundestrainer Helmut Schön entschied sich gegen ihn. "Ich hatte eine Perspektive für die WM in Mexiko. Diese Enttäuschung fesselte mich brutal, bei mir flossen die Tränen", erinnerte sich Entenmann später.
In seiner Zeit als Trainer war Entenmann von 1982 bis 1990 beim VfB Stuttgart als Amateur-, Assistenz- und Cheftrainer tätig. Anschließend coachte er den 1. FC Nürnberg 1991 bis 1993 und von 1996 bis 1997, erneut die Amateure des VfB Stuttgart 1994 bis 1996, die SpVgg Unterhaching 1997 bis 1998, zweimal den SV Sandhausen 1999/00 und 2002, den VfR Aalen 2000/01 und den SGV Freiberg 2003 bis 2004.
Kurios war vor allem seine Entlassung beim 1. FC Nürnberg im Jahr 1993. Zwei Tage nach einem 2:0 gegen den FC Bayern München musste Entenmann seinen Posten räumen. Bereits vor dem Anpfiff der Partie hatte er von einem Journalisten erfahren, dass er gehen müsse. Der damalige Club-Präsident Gerhard Voack hatte die Entscheidung zur Entlassung angeblich am 50. Geburtstag Entenmanns getroffen, wollte diesen aber nicht an dessen Ehrentag feuern. Zwei Tage später musste Entenmann dann trotz großer Fanproteste gehen.
Nach seiner Entlassung beim Oberligisten SGV Freiberg im Jahr 2004 beendete Entenmann endgültig sein Engagement als Trainer und schlug mit Rücksicht auf seine Familie Angebote aus Georgien oder Dubai aus. (dapd)
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