Aktuelle Nachrichten – China - Politik
30.06.2012
Peking – Ein in den Skandal um den entmachteten chinesischen Politiker Bo Xilai verwickelter Funktionär hat laut einem staatlichen Medienbericht seinen Sitz im Nationalen Volkskongress aufgegeben. Der ständige Ausschuss des Parlaments habe das Rücktrittsgesuch von Wang Lijun angenommen, meldete die Presseagentur des chinesischen KP-Regimes Xinhua am Samstag. Als früherer Polizeichef im südchinesischen Chongqing hatte Wang, seiner Aussage nach, eine Kampagne gegen kriminelle Banden angeführt, die ihn und den damaligen örtlichen Parteivorsitzenden Bo im ganzen Land bekannt machte.
Wang trug Titel wie „Höchstes heldenhaftes Vorbild der Polizei Chinas“. Andere sprachen von einem "maoistischen Raubzug" und Organraub. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen das organisierte Verbrechen hätten Wang und Bo Unternehmer verhaftet und sich ihre Besitztümer angeeignet. Wang und Bo sollen Schlüsselfiguren bei kommerziellen Organtransplantationen mit Organen politischer Gefangener sein. Wangs Flucht in Frauenkleidern in ein US-Konsulat und eine mutmaßliche Weitergabe kompromittierender Informationen - angeblich über Organraub - führte zum Fall des aufstrebenden Bo. Dieser wurde schließlich wegen Disziplinarvergehen aus dem Politbüro und dem Zentralkomitee ausgeschlossen, seine Frau Gu Kailai wird des Mordes an einem britischen Geschäftsmann verdächtigt. Seit seinem Aufenthalt in dem US-Konsulat wird auch gegen Wang ermittelt. (aw/dapd)Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
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