Aktuelle Nachrichten – Medizin
15.05.2012
Foto: Benjamin Thorn / Pixelio
Berlin – Schwindel kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Vor einer Behandlung sei deshalb eine exakte Diagnose wichtig, betont die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Dafür werde zunächst die Art des Schwindels, die Dauer und mögliche Auslöser oder Verstärker erfragt, sagt Michael Strupp von der DGN. "Diese Unterscheidungskriterien können bereits erste wichtige Hinweise auf die Ursache geben."
Schwindel kann beispielsweise als Drehen oder Schwanken wahrgenommen werden, er kann als kurze Attacke auftreten oder als Dauerschwindel. Das Einsetzen kann an Bewegung oder eine Umlagerung des Kopfes gekoppelt sein oder auch an bestimmte Situationen. Auch Begleitsymptome, wie Kopfschmerzen, Hörstörungen oder Doppelbilder, sind wichtige diagnostische Zusatzinformationen.
Die häufigste Form des Schwindels ist der sogenannte benigne periphere Lagerungsschwindel. Er wird durch Ablagerungen kleiner Kristalle in einem der Bogengänge im Innenohr verursacht. "Betroffene leiden unter kurzen Drehschwindelattacken, die oft von Übelkeit begleitet sind. Ausgelöst werden diese Symptome typischerweise durch Kopf- oder Körperlageänderung, wie etwa Umdrehen im Bett", erklärt Strupp.
Bei Schwindelformen wie dem Morbus Menière, der mit Ohrgeräuschen und Hörminderung einhergeht, führt häufig eine medikamentöse Therapie zur Besserung. "Einige Menschen erleben Schwankschwindel in bestimmten Situationen, die bei ihnen Angst auslösen, wie beispielsweise in Kaufhäusern. In diesem Fall kann dem Patienten eine Verhaltenstherapie helfen", empfiehlt der Münchner Neurologe.
Etwa ein Drittel aller Menschen leidet im Verlauf des Lebens einmal unter Schwindel. Er ist nach Rücken- und Kopfschmerzen das dritthäufigste Symptom in der ärztlichen Praxis. Genaue Diagnose ist für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich. (dapd)
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