Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
15.04.2009
Frankfurt/Main – Der insolventen Warenhauskette Woolworth wird eine sehr schwierige Investorensuche prognostiziert. „Es dürfte wahnsinnig schwer werden, einen Investor zu finden. Woolworth hat einfach kein eigenes Profil“, sagte Branchenexperte Wolfgang Twardawa von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) der „Bild“-Zeitung. Das Unternehmen zu retten sei daher viel schwerer als bei Firmen mit klarem Profil wie etwa dem ebenfalls insolventen Modelleisenbahn-Bauer Märklin.
Angesichts der sich zuspitzenden Situation in der Branche ruft der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) nach Mietsenkungen. „Wir appellieren an die Immobilien-Besitzer, die Mieten zu senken“, sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr der Zeitung. „Damit können Fachgeschäfte gehalten und eine nachhaltige Entwicklung der Standorte gewährleistet werden.“
Die Gewerkschaft ver.di wirft der Woolworth-Spitze gravierende Fehlentscheidungen und eine missglückte Sortimentsstrategie vor. „Die Beschäftigten müssen nun ihren Kopf für Fehler des bisherigen Managements hinhalten“, sagte ver.di-Experte Rösch der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Infolge der Insolvenz seien dramatische Arbeitsplatzverluste zu befürchten. Mit Blick auf den Insolvenzantrag sprach er von einem „rabenschwarzen Tag für die Woolworth-Beschäftigten“.
Zugeständnisse der Belegschaft knüpfte er an Bedingungen: Zunächst sei ein „überzeugendes Konzept“ für das Unternehmen nötig, sagte Rösch der „Frankfurter Rundschau“. Das Unternehmen müsse sich klar als Discount-Warenhaus positionieren. Zudem müssten die Gesellschafter und der US-Investor Cerberus einen Beitrag zur Rettung des Unternehmens leisten, bevor man über Zugeständnisse der Beschäftigten reden könne. Cerberus hatte 2007 rund 100 Woolworth-Immobilien gekauft und an den Einzelhändler zurückvermietet.
Der Gewerkschafter warnte vor tiefen Einschnitte in das Woolworth-Filialnetz: Es sei zu befürchten, dass zahlreiche Warenhaus-Standorte geschlossen würden. „Die Nahversorgung wird leiden“, sagte Rösch. Woolworth habe sich schließlich mit Filialen in Stadtzentren und Einkaufsstraßen auf den Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs konzentriert. (AP)
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