Aktuelle Nachrichten – Konsum
30.08.2008
Berlin – Mit einem Zuschuss von 150 Euro könnte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos die Bundesbürger zum Kauf eines sparsamen neuen Kühlschranks oder einer neuen Waschmaschine animieren. Diese „Modernisierungsinitiative Weiße Ware“ ist Teil der energiepolitischen Vorschläge, die eine Expertengruppe im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erarbeitet hat. Dies berichtet das Magazin „Wirtschaftswoche“ in seiner am Montag erscheinenden neuen Ausgabe.
Die Projektgruppe Energiepolitisches Programm (PEPP) führt darin aus, dass der Energieverbrauch dieser Haushaltsgeräte seit 1990 zwar um 80 Prozent gesunken sei. Viele Kühlschränke und Waschmaschinen in deutschen Haushalten seien aber alt: Gefriergeräte im Durchschnitt 17 Jahre, Kühlschränke 14 Jahre.
Mit dem bis 2012 befristeten Energiespar-Bonus will das Ministerium die Kaufzurückhaltung der Verbraucher überwinden. Zugleich sollen Hersteller und Handel dazu gebracht werden, den Bonus nicht durch Preiserhöhungen „abzuschöpfen“. Dies geht aus dem über 30 Seiten starken Vorschlägen der PEPP hervor, die die „Wirtschaftswoche“ im Internet veröffentlicht hat.
Um den Energieverbrauch in Deutschland weiter zu senken, schlägt PEPP zudem eine Ausweitung des CO2-Gebäudesanierungsprogrammes um vier Jahre bis 2015 vor. Autohersteller und Händler sollten dazu gebracht werden, Autofahrer in einer Spritsparinitiative über benzinsparende Fahrweisen zu informieren. Stromanbieter sollen ihre Kunden kostenlos zu Einsparmöglichkeiten beraten. Schließlich rät PEPP dazu, die Lautzeiten von Atomkraftwerken von 32 auf 40 Jahre zu verlängern.
Die CSU-Landesgruppe im Bundestag nannte die Vorschläge der von ihrem Minister eingesetzten Arbeitsgruppe einen „hervorragenden Beitrag zur energiepolitischen Diskussion“. Sie sorgten für echte Entlastung der Verbraucher und nicht für pseudo-ökologische Umverteilungen und Mehrbelastungen wie einige Vorschläge aus dem (SPD-geführten) Bundesumweltministerium, merkte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer an.
Auch bei der SPD wird offenbar daran gedacht, den Verbraucher schneller und umfassender als bisher geplant zu entlasten. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt, eine Arbeitsgruppe, der neben Umweltminister Sigmar Gabriel auch Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Fraktionschef Peter Struck angehören, schlage vor, die Wohngeldanhebung bereits im Oktober statt im Januar 2009 zu realisieren. Der Zuschuss an bedürftige Haushalte steigt von 90 auf 140 Euro im Monat. 270 Millionen Euro zusätzlich soll in das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fließen. Eine halbe Milliarde Euro soll auf fünf Jahre verteilt in die energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen gesteckt werden.
http://www.wiwo.de/pepp (AP)