Menschen – Experten sehen Lage in amerikanischen Atomkraftwerken kritisch – Epoch Times Deutschland
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Menschen

Experten sehen Lage in amerikanischen Atomkraftwerken kritisch

Epoch Times Deutschland

30.10.2012

US-Kernkraftwerk Indian Point Foto: © 2012 AP. Photographer: Ed Bailey
US-Kernkraftwerk Indian Point

Foto: © 2012 AP. Photographer: Ed Bailey

Hamburg/Frankfurt – Die Lage im US-amerikanischen Atomkraftwerk Oyster Creek wird von deutschen Experten kritisch beobachtet. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnete die Lage am Dienstag als ernst. Das unabhängige Ökoinstitut, eine Forschungs- und Beratungseinrichtung mit Sitz in Frankfurt, sprach von einer Risikosituation.

Die Atomregulierungsbehörde (NRC) hatte wegen Hochwassers in Folge des Sturms Sandy erst ein "ungewöhnliches Ereignis" für das älteste Atomkraftwerk der USA ausgerufen und dann zum "Alarmzustand" hoch gestuft, die zweitniedrigste von vier Stufen. Die Kühlwasserpumpen von Oyster Creek werden momentan per Notstromaggregat betrieben.

Greenpeace sieht Gefahr bei allen AKWs in der Gegend

Der Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital betonte auf Anfrage der dapd am Dienstag zwar: "Eine unmittelbare Katastrophe steht nicht bevor." Sorgen mache er sich trotzdem. "Ein Atomkraftwerk, das auf Notstromaggregaten läuft, ist immer ein kritischer Zustand", sagte Smital. Alle Atomkraftwerke (AKW) in der Gegend seien gefährdet und betroffen.

Den US-Behörden warf er vor, zu spät gehandelt zu haben. Da mit einem Ausfall der Stromversorgung hätte gerechnet werden können, hätte man die AKWs früher abschalten können, kritisierte Smital. Nun müssten die amerikanischen Behörden dafür sorgen, dass die Stromversorgung konstant bliebe. "Zusätzliche Fehler dürfen nicht passieren", mahnte der Atomexperte.

Die Problematik sei, dass die Kühlung der Brennstäbe auch nach dem Abschalten von Reaktoren aufrecht erhalten werden müsse. "Man kann sich aber nicht auf Notstromdiesel verlassen", sagte Smital weiter.

Simone Mohr vom Ökoinstitut sieht das ähnlich. Man müsse zwar die weitere Entwicklung abwarten, sagte sie der dapd. "Wir befinden uns in einer Risikosituation." Am wichtigsten sei, "dass die Stromversorgung lückenlos sichergestellt wird, damit die Kühlwasserpumpen weiter arbeiten können", sagte die Expertin für Nukleartechnik. Sie sei sich aber nicht einmal sicher, ob das AKW über genügend Notstromaggregatoren verfüge. Außerdem könne man eine Notstromversorgung immer nur über einen begrenzten Zeitraum aufrecht erhalten.

Weitere Kernkraftwerke betroffen

Auch im Kernkraftwerk Indian Point, rund 70 Kilometer nördlich von New York, wurde ein Reaktor wegen externer Probleme des Stromnetzes abgeschaltet, wie die Betreiberfirma Entergy mitteilte.

Ebenfalls abgeschaltet worden sei ein Reaktor der Anlage Salem in New Jersey, teilte der Betreiber PSEG Nuclear mit.

dapd

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige